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UnternehmensForum: Große Klappe und wenig dahinter?

In Rheinland-Pfalz beteiligen sich BASF, Boehringer Ingelheim und Schott erstmals an der von der Agentur für Arbeit organisierten Aktionswoche für Menschen mit Behinderung. Warum nörgelt ROLLINGPLANET deshalb schon wieder?

BASF hat offene Türen, aber nicht genügend schwerbehinderte Arbeitnehmer (Foto: dpa)

„Das Potenzial von Menschen mit Behinderung muss intensiver zur Deckung des Arbeits- und Fachkräftebedarfs genutzt werden“ – das ist die Idee hinter der bundesweiten Aktionswoche vom 3. bis 7. Dezember 2012, welche die Bundesagentur für Arbeit zum zweiten Mal nach 2011 durchführt. Erstmals öffnen dabei auch Firmen aus dem UnternehmensForum ihre Tore für interessierte Schwerbehinderte, wie es stolz in einer Mitteilung der Initiative heißt.

Zusammen mit der Agentur für Arbeit in Rheinland-Pfalz laden Konzerne wie Boehringer Ingelheim, BASF und Schott arbeitsuchende Menschen mit Behinderung ein, um ihnen Informationen zu Beschäftigungsmöglichkeiten und Tipps zur Bewerbung zu geben.

Von der Arbeitsagentur ausgewählte Bewerber erhalten dabei die Gelegenheit, so heißt es, in einem persönlichen Gespräch mit einem Personalverantwortlichen Fragen zum Unternehmen zu stellen, Hintergrundinformationen über Bewerbungsverfahren und Einstellungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung zu erhalten. Zudem besteht die Möglichkeit, „einen kleinen Einblick in das Werk/das Unternehmen zu bekommen“.

Kleiner Einblick von ROLLINGPLANET

„Die Mitglieder des UnternehmensForum in Rheinland-Pfalz beteiligen sich gern an dieser Aktion“, erklärt Olaf Guttzeit, Vorstandsvorsitzender des UnternehmensForums. „Aus Erfahrung wissen wir, dass Menschen mit Handicap zum einen wertvolle Mitarbeiter sind und zum anderen, dass sich die Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung positiv auf das interne Arbeitsklima auswirken kann.“

Aus Erfahrung und aufgrund von Recherchen weiß ROLLINGPLANET, dass man manch großen Worten nicht immer trauen sollte. Schön beispielsweise, dass BASF mitmacht. Komisch nur, dass das führende Chemie-Unternehmen der Welt – wie ROLLINGPLANET in seinem großen DAX-Report nachwies – die vorgeschriebene 5-Prozent-Quote für schwerbehinderte Mitarbeiter nicht erfüllt: Das Unternehmen beschäftigte laut der zuletzt verfügbaren Daten vom 31.12.2010 in Deutschland 50.801 Mitarbeiter, darunter 1.762 Schwerbehinderte – dies entspricht einer Quote von 3,47 Prozent. Herr Guttzeit, wollen Sie das mal beim nächsten UnternehmensForum thematisieren? fragt ROLLINGPLANET und wünscht Ihnen einen schönen Adventskalender (da kann man so viele Türchen aufmachen).

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