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Unterschriftenaktion fordert klare Regelungen für taubblinde Menschen

Taubblinde

Annabelle Larson (links) ist taubblind, ihre Begleiterin Anne Rezeau (rechts) gehörlos. Die Französin Anne Rezeau sieht, wie die Erklärungen der Klosterführerin in Gebärdensprache ausgedrückt werden und führt sie selbst aus. Dass Annabelle Larson die Hände ihrer Begleiterin umfasst, hilft ihr, deren Gebärden und damit den Erklärungen zu folgen.(Foto: Schmid/Mühacker News)

Nach Schätzungen des Gemeinsamen Fachausschusses „Hörsehbehindert/Taubblind“ (GFTB) im Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband gibt es bundesweit 2.500 bis 6.000 taubblinde Menschen, die nicht angemessen mit Hilfsmitteln und Assistenzleistungen versorgt sind.

Im Jahr 2007 hat der GFTB deshalb erstmals gefordert, dass die Betroffenen einen speziellen Eintrag „Tbl“ im Schwerbehindertenausweis erhalten. Dadurch könnte klar geregelt werden, welche Leistungen und Hilfsmittel ihnen zustehen. Am 29. März übergab die Stiftung taubblind leben im Bundessozialministerium 14.000 Unterschriften, um der Forderung Nachdruck zu verleihen. Die Initiative wird unterstützt vom Paritätischen Gesamtverband, Leben mit Usher-Syndrom e.V. und der Bundesarbeitsgemeinschaft der Taubblinden (BAT).

Hintergrund

Taubblindheit wird in der Gesetzgebung einiger Bundesländer definiert als die Kombination von Blindheit und Gehörlosigkeit, aber das wird dieser Behinderung nicht gerecht. Wer nicht hören kann, ist extrem auf den Sehsinn angewiesen, als Blinder nutzt man sein Gehör sehr intensiv. Taubblinde Menschen müssen auf beide Hauptsinne verzichten, können also viel weniger ausgleichen als jemand mit „nur“ einer Behinderung. Ohne Assistenz ist beispielsweise die Ausübung des Wahlrechts nicht möglich, aber auch der tägliche Einkauf oder ein Arztbesuch werden zu unlösbaren Problemen.

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