Ursache für tödlichen Brand in Behindertenheim geklärt

In Fulda führte vermutlich ein Allerweltsproblem zum tragischen Tod eines 31-jährigen Mannes.

Einsatzkräfte der Feuerwehr löschten am 6.11.2016 in Fulda den Brand in dem Antonius-Behindertenheim. Ein Bewohner ist dabei ums Leben gekommen. Für den 31-jährigen geistig behinderten Mann sei jede Hilfe zu spät gekommen, sagte ein Polizeisprecher. (Foto: Görlich Media/dpa)

Einsatzkräfte der Feuerwehr löschten am 6.11.2016 in Fulda den Brand in dem Antonius-Behindertenheim. Ein Bewohner ist dabei ums Leben gekommen. Für den 31-jährigen geistig behinderten Mann sei jede Hilfe zu spät gekommen, sagte ein Polizeisprecher. (Foto: Görlich Media/dpa)

Die Ursache für den tödlichen Brand in einem Behindertenheim in Fulda (Hessen) ist weitgehend geklärt. Wahrscheinlich führte ein technischer Defekt zu dem Feuer, bei dem in der Nacht zum Sonntag ein Bewohner ums Leben kam. Brand-Ermittler der Fuldaer Polizei und des Hessischen Landeskriminalamtes hätten die Brandausbruchsstelle am Montag lokalisiert, berichtete die Polizei am Dienstag.

In dem Zimmer des 31 Jahre alten Bewohners habe vermutlich eine defekte Dreifach-Steckdose, an dem elektronische Geräte angeschlossen waren, zu dem Brand geführt. An dem Dreifachstecker hingen unter anderem ein Fernseher und ein Receiver. Der Bewohner lebte schon seit seiner Jugend in der Einrichtung des Antonius-Netzwerks. Er besuchte dort die Schule, erhielt eine Ausbildung und arbeitete auf dem Antonius-Hof in der Landwirtschaft.

Nach dem verheerenden Brand würden elektrische Geräte im Haus geprüft, wie Heimleiter Rainer Sippel sagte. „Wir checken ohnehin einmal im Jahr alles. Das Problem ist: Wenn die Geräte geprüft wurden, können sie bereits am nächsten Tag durchschmoren.“

Tod durch Rauchgas

Der Bewohner kam wohl durch Rauchgas ums Leben. Eine Obduktion soll am Donnerstag die Todesursache zweifelsfrei klären. Ein Fremdverschulden könne dadurch ausgeschlossen werden. Die Obduktion zähle zum üblichen Vorgehen, es gebe keinen konkreten Tatverdacht, so die Polizei. Für den Verstorbenen wurde am Montag auf dem Gelände ein Trauergottesdienst abgehalten. 300 Menschen nahmen teil.

Nach Schätzungen liegt der Sachschaden bei mehr als 100.000 Euro. Das obere Stockwerk des Haupthauses, in dem das Feuer ausbrach, sei für mehrere Monate bis zur Sanierung nicht bewohnbar.

(dpa/lhe)

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