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Urwaldarzt Albert Schweitzer: Was ist geblieben?

Vor 100 Jahren ist der Philosoph und Friedensnobelpreisträger aus dem Elsass nach Afrika aufgebrochen. Respekt für das Leben war sein Leitmotiv.

Albert Schweitzer erhielt 1952 den Friedensnobelpreis (Foto: Das Bundesarchiv)

Albert Schweitzer erhielt 1952 den Friedensnobelpreis (Foto: Das Bundesarchiv)

„Jugendliche sind nach einem Besuch des Hauses von Albert Schweitzer recht beeindruckt», sagt Jenny Litzelmann. Sie leitet im elsässischen Gunsbach die Ausstellung im Elternhaus des Arztes und Friedensnobelpreisträgers. Und sie fügt noch hinzu: „Auch wenn sie vorher noch nie von ihm gehört haben.“

Der Gelehrte brach vor 100 Jahren mit seiner Ehefrau Helene nach Lambarene in Zentralafrika auf. Das Paar bestieg am 21. März 1913, einem Karfreitag, einen Zug nach Bordeaux. Ihr Ziel am Ogowe-Fluss – im heutigen Gabun – erreichten sie mehr als drei Wochen später.

Schon zu Beginn musste er improvisieren

Die Kunde von der Ankunft des Missionsarztes verbreitete sich rasend schnell, unter anderem per Tam-Tam – mit dem Erfolg, dass die Kranken Schweitzers Wohnhaus belagerten. Sein medizinisches Material war noch nicht angekommen, der Urwaldarzt musste improvisieren.

Der Elsässer hatte klare Leitmotive. Eine lautet: „Wahrhaft ethisch ist der Mensch nur, wenn er der Nötigung gehorcht, allem Leben, dem er beistehen kann, zu helfen, und sich scheut, irgendetwas Lebendigem Schaden zuzufügen.“ Schweitzer lebte diesen Anspruch.

Sein Urwaldkrankenhaus wurde gerade renoviert

Sein erster Konsultationsraum war ein ehemaliger Hühnerstall. Malaria, Lepra und Schlafkrankheit gehörten zu den häufigsten Krankheiten. Heute arbeiten insgesamt 270 Angestellte und acht Ärzte in dem Urwaldkrankenhaus.

„Die Abteilungen für Geburt- und Kinderpflege sind gerade renoviert worden“, sagt Françoise Dieudonné von der Internationalen Stiftung Albert Schweitzer. Als nächstes soll die gesamte elektrische Anlage des Krankenhauses erneuert werden. „Das Tropenklima ist eine schwere Belastung für die Bausubstanz.“

„In Deutschland und in der Schweiz ist Albert Schweitzer heute noch gut bekannt, in seiner elsässischen Heimat natürlich auch“, sagt Litzelmann. Doch sein Ruf reicht viel weiter. In den USA und Japan hat der Friedensnobelpreisträger die Menschen wegen seines Engagements gegen die Atombombe geprägt.

(dpa)

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