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Verbände fordern bessere Wohnformen für behinderte Menschen

Das Problem gibt es bundesweit – in Nordrhein-Westfalen wird es nun (hoffentlich) ein viel beachtetes Thema.

Günter Garbrecht, Vorsitzender der Stiftung Wohlfahrtspflege, mahnt Verbesserungen an. (Foto: SPD)

Günter Garbrecht, Vorsitzender der Stiftung Wohlfahrtspflege, mahnt Verbesserungen an. (Foto: SPD)

Vielen tausend Menschen mit Behinderung in Nordrhein-Westfalen ist nach Einschätzung von Verbänden ein selbstbestimmtes Wohnen verwehrt. Eine Vielzahl lebe nur in Behinderten-Einrichtungen, weil es für sie keinen passenden Wohnraum gebe oder sie dort nicht die nötige Unterstützung erhalten könnten, kritisierte die Stiftung Wohlfahrtspflege. Rund 45.000 Menschen mit Behinderungen lebten derzeit in NRW in stationären Wohnformen.

Es brauche neue Wohnkonzepte, kreative Lösungen, aber auch baurechtliche Veränderungen und mehr finanzielle Förderung, um das Recht auf ein selbstbestimmtes Wohnen umzusetzen. Der Verband sieht Bedarf für 10.000 bis 20.000 Menschen in NRW.

Wahlrecht laut UN-Konvention

Stiftungsrat-Vorsitzender Günter Garbrecht betonte in Düsseldorf, ein Streit wie bei der schulischen Inklusion solle für den Bereich Wohnen vermieden werden. Man werde mit der Lebenshilfe NRW, Bethel, Architektenkammer und viele weiteren Akteuren Konzepte unter wissenschaftlicher Begleitung entwickeln. Auch die künftige Landesregierung sei gefragt.

Laut UN-Konvention haben Menschen mit Behinderung ein Wahlrecht, wie sie wohnen wollen, sie dürfen nicht in besondere Wohnformen gezwungen werden. In der Praxis bestehen hier aber noch zu viele Hemmnisse, schilderte die Lebenshilfe NRW.

(dpa/lnw)

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2 Kommentare

  • Inge Rosenberger

    Seit mehr als drei Jahren engagiert sich die IG Inklusives Wohnen für eine individuelle Wohnform.
    Es ist eine gemeinsame Aufgabe von uns Eltern, den Verantwortlichen in Politik und den zuständigen Verwaltungen, dass unsere Kinder in ihrer gesamten Persönlichkeit als eine Bereicherung für alle gesehen werden.
    Hierbei wäre es schon hilfreich, wenn das Engagement von Betroffenen und deren Familien unterstützt statt behindert(!) werden würde…

    5. Juni 2017 at 11:39
  • Inge Rosenberger

    Diese Probleme existieren jedoch nicht nur in NRW. Deshalb engagiert sich die IG Inklusives Wohnen in Unterfranken seit mehr als drei Jahren für ein Pilotprojekt, das den individuellen Bedarf der BewohnerInnen berücksichtigt.

    Hierbei wäre es schon hilfreich, wenn das Engagement von betroffenen Familien unterstützt statt behindert(!) würde. Denn es ist eine gemeinsame Aufgabe von Eltern, den Verantwortlichen in Politik und den zuständigen Verwaltungen, dass alle behinderte Menschen in ihrer gesamten Persönlichkeit als eine Bereicherung für die Gesellschaft gesehen werden.

    5. Juni 2017 at 14:15

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