""

Verena Bentele fordert korrekte Übersetzung der UN-Behindertenrechtskonvention

Die Behindertenbeauftragte schreibt fleißig Briefe (hoffentlich nicht für den Mülleimer).

Behindertenbeauftragte Verena Bentele (Pressefoto)

Behindertenbeauftragte Verena Bentele (Pressefoto)

Aus Anlass des fünften Jahrestages der Ratifikation der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) am 26. März 2014 fordert die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Verena Bentele, die amtliche Übersetzung der Übereinkunft „endlich zu korrigieren.“

In Briefen an Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und die Fraktions- und Parteivorsitzenden der im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien werbe sie dafür, die Begriffe anzupassen, so die ehemalige Spitzensportlerin heute in einer Pressemitteilung.

Die amtliche Übersetzung ins Deutsche enthalte Ungenauigkeiten und Fehler, so Bentele (sie absolvierte 2011 ihr Magisterstudium mit dem Hauptfach Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und den Nebenfächern Sprachwissenschaften und Pädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit der Note „sehr gut“). Beispiele seien der englische Begriff „inclusion“, der mit „Integration“ übersetzt wurde, oder der Begriff „assistance“, im Deutschen mit „Hilfe“ übersetzt.

Inklusion ist Inklusion ist Inklusion

Verena Bentele: „Der fehlerhaften Übersetzung zum Trotz hat die Umsetzung der UN-BRK begonnen und die gesellschaftliche Entwicklung ist in den vergangenen Jahren deutlich vorangeschritten. So wird der Begriff ,Inklusion‘ mittlerweile in allen Diskussionen und Berichten rund um die Belange von Menschen mit Behinderungen genutzt. Am Beispiel Bildung wird das besonders deutlich, hier wird der Begriff ,integrativ‘ nicht mehr im Zusammenhang mit der Beschulung behinderter Kinder verwendet. ,Inklusion‘ muss sich nun auch in der deutschen Übersetzung der UN-Behindertenrechtskonvention wiederfinden. Wer Inklusion will, muss sie im Gesetz auch so nennen.“

Bereits bei der Ratifikation der UN-Behindertenrechtskonvention hatten Verbände behinderter Menschen und die damalige Beauftragte für die Belange behinderter Menschen Änderungen gefordert. Konkrete Vorschläge für eine inhaltlich korrekte Übersetzung wurden jedoch nicht aufgenommen.

(PM)

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

1 Kommentar

  • Horst Wehner

    Jetzt bin ich aber gespannt…

    25. März 2014 at 20:19

KOMMENTAR SCHREIBEN