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Vier tolle Erfindungen von Jugendlichen für Menschen mit Behinderung

Skoliose-Stützjacke, Therapie- und Pflegekonsole, Wasserschutz für Hörgeräte und Blindenstirnband mit Jugend-forscht-Sonderpreisen ausgezeichnet.

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) hat an diesem Donnerstag den Bundessonderpreis „Innovationen für Menschen mit Behinderungen“ verliehen. Von links: Naziha Kruska (Bayern Jugend forscht), Dr. Nina Roßmann (CBM Aufsichtsrat und Jurymitglied), Mirjam Deml (Bayern Schüler experimentieren), Marlene Salzl (Bayern Schüler experimentieren), Dr. Peter Schießl (CBM-Geschäftsführer), Isabell Naundorff (Sachsen Jugend forscht), Sarah Colditz (Sachsen Jugend forscht) (Foto: obs/Christoffel Blindenmission e.V./CBM)

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) hat an diesem Donnerstag den Bundessonderpreis „Innovationen für Menschen mit Behinderungen“ verliehen. Von links: Naziha Kruska (Bayern Jugend forscht), Dr. Nina Roßmann (CBM Aufsichtsrat und Jurymitglied), Mirjam Deml (Bayern Schüler experimentieren), Marlene Salzl (Bayern Schüler experimentieren), Dr. Peter Schießl (CBM-Geschäftsführer), Isabell Naundorff (Sachsen Jugend forscht), Sarah Colditz (Sachsen Jugend forscht) (Foto: obs/Christoffel Blindenmission e.V./CBM)

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) hat am Donnerstag ihren Bundessonderpreis „Innovationen für Menschen mit Behinderungen“ beim Hessentag in Bensheim verliehen. Prämiert wurden Arbeiten in den beiden Alterskategorien „Jugend forscht“ und „Schüler experimentieren“. Aus den 15 Sonderpreisen auf Landesebene ermittelte die CBM-Jury vier Preisträger auf Bundesebene. Mit ihrem Sonderpreis will die Entwicklungshilfeorganisation das Engagement Jugendlicher für Menschen mit Behinderungen fördern.

Aufrecht durchs Leben

In diesem Jahr wurden zwei erste Preise in der Kategorie Jugend forscht vergeben, die jeweils mit 300 Euro dotiert sind. Naziha Kruska (15) aus Bayern gewann mit einer flexiblen Stützjacke, die Muskeln so stimuliert, dass sie Wirbelsäulenverkrümmungen (Skoliosen) entgegen wirkt. Die Jugendliche hat selbst Skoliose. Sie kombinierte mit ihrer Arbeit zwei bestehende Therapieformen: Das starre Korsett und spezielle Krankengymnastik.

Ihre Erfindung besteht aus einer stabilen Schutzweste, an der sie kleine Halbkugeln aus Holz befestigte. Stellvertretend für alle Jurymitglieder lobte Dr. Nina Roßmann, Mitglied im Aufsichtsrat der CBM, diese Erfindung: „Besonders beeindruckend ist, dass dieser Lösungsansatz auch für Menschen geeignet ist, die in Entwicklungsländern nicht die gleiche medizinische Versorgung haben wie wir in Deutschland.“

Mehr Selbstständigkeit für Bettlägerige

Ebenfalls den ersten Preis bekamen Isabell Naundorff (21) und Sarah Colditz (20) aus Sachsen. Sie erfanden eine Therapie- und Pflegekonsole, die einfach an ein Pflegebett angebracht werden kann und vielseitig einsetzbar ist. Sie ist zum Beispiel nach allen Seiten verstellbar und magnetisch, sodass sie als Ablagemöglichkeit für Bücher, Spiegel und sogar Spiele taugt. Patienten, die keine Zeitung mehr halten können, pinnen diese jetzt einfach mit Magneten an die Konsole.

Eine integrierte Leuchtlupe hilft Fehlsichtigen bei der Lektüre. Auch selbstständiges Zähneputzen oder Kämmen ist mit der Konsole möglich. Das bedeutet für viele Patienten ein Gewinn an Würde und Selbstbestimmung. In der Laudatio betonte Roßmann, dass nach Ansicht der Jury die Konsole Pflegedürftigen wirklich den Alltag erleichtern kann. Auch sei sie für Entwicklungsländer gut denkbar, weil dort die Pflege oft von der Familie übernommen werden müsse.

Plitschi macht plantschen möglich

Den ebenfalls mit 300 Euro dotierten ersten Preis in der Kategorie Schüler experimentieren (Schüler bis 14 Jahre) erhielten Mirjam Deml (11) und Marlene Salzl (11) aus Bayern. Mit ganz einfachen Mitteln haben die beiden Schüler des Ortenburg-Gymnasiums einen Wasserschutz für Hörgeräte entwickelt.

Das Besondere daran: Das Goretex-Säckchen lässt zwar Luft durch, sodass die Batterien weiter funktionstüchtig sind, Wasser kommt aber nicht an das empfindliche Hörgerät. Ihre alltagstaugliche und kostengünstige Lösung macht hörgeschädigten Menschen das Schwimmen möglich. Dafür erhalten die zwei bayrischen Jung-Forscher den CBM-Preis. Jurymitglied Roßmann meinte dazu bei der Verleihung: „Toll ist, dass ihr mit dem Wasserschutz für Hörgeräte auch wirklich eine Markt-Lücke gefunden habt, etwas das wir so noch nicht gesehen haben.“

Keine Beulen mehr

Mit ihrem Blindenstirnband haben zwei Schüler des Gymnasiums Harksheide aus Schleswig-Holstein den zweiten Platz geholt. André (13) und Henrik Wisotzki (11) entwickelten ein Warnsystem, das sehbehinderte Menschen rechtzeitig vor Hindernissen in Kopfhöhe warnt. Dafür haben sie Sensoren in ein Stirnband eingenäht und diese mit Minikopfhörern verbunden.

Sobald die Schallwellen der Sensoren im Umkreis von fast zwei Metern auf ein Hindernis treffen, warnt ein leiser Piepston über die Ohrstecker davor. Überzeugt hat die Jury vor allem die einfache, pragmatische Umsetzung der Erfindung: Die Hände bleiben frei und das Stirnband passt auch bequem in eine Tasche.

(PM)

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