""

Vitamin C: Ärzte warnen vor Nahrungsergänzungsmitteln

Doppelt so großes Risiko, Nierensteine zu bekommen. Besonders gefährdet sind Menschen mit Bluthochdruck oder Diabetes.

Mit diesem Foto wirbt Tchibo für Vitamin C-Nahrungsergänzungsmittel

Mit diesem Foto wirbt Tchibo für Vitamin C-Nahrungsergänzungsmittel

Die regelmäßige Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit hoch dosiertem Vitamin C ist riskant: Sie kann zu Nierensteinen führen. Das gilt nach Angaben des Berufsverbands Deutscher Internisten in Wiesbaden vor allem für Menschen, die dazu neigen, Nierensteine zu bilden. Besonders gefährdet seien Patienten mit Bluthochdruck oder Diabetes sowie diejenigen, die sich nicht bewegen oder zu wenig Flüssigkeit zu sich nehmen.

Nicht alles wird vom Urin ausgeschieden

Der Verband weist auf eine aktuelle Studie hin, nach der das Risiko von Männern, die zehn Jahre lang täglich 1000 Milligramm Vitamin C einnehmen, doppelt so hoch sei wie das von Männern, die keine solchen Pillen schlucken. Der Grund sei, dass ein Teil überschüssiges Vitamin C nicht über den Urin ausgeschieden, sondern im Körper zu Oxalsäure umgewandelt wird. Daraus bestehen die meisten Nierensteine.

Darüber hinaus sei bislang nicht erwiesen, dass die Einnahme von Vitamin-C-Präparaten – anders als oft behauptet – tatsächlich vor Erkältungen, Krebs und Herz-Gefäß-Erkrankungen schützt.

(dpa)

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

2 Kommentare

  • Joachim Morgenstern

    Zunächst wäre festzuhalten, daß seriöse Wissenschaftler, die sich mit orthomolekularer Medizin befaßt haben, für ihre Forschungen Nobelpreise erhalten haben. Und es gibt eine große Zahl von Medizinern, die unter Anwendung solcher Forschung Behandlungserfolge nachweisen können.

    Insofern muß man die Frage stellen: „Wer hat hier ein Interesse an dieser tendenziösen Berichterstattung über Nahrungsergänzung?“

    Was sind die Fakten?

    Der Mensch muss sich ernähren. Die Ernährung unterliegt einem Wandel.

    Ein Mensch kann krank werden. Dann geht er zum Arzt, zumindest wenn er das Glück hat, dort zu wohnen, wo es Ärzte gibt. Der Arzt behandelt ihn. Auch diese Behandlung unterliegt einem Wandel. Zudem wird es immer Ärzte geben, deren Behandlungsmethoden sich unterscheiden.

    Im Grunde muss man feststellen, daß die Bereiche Ernährung (also Nahrung einschließlich Nahrungsergänzung) und Medizin (also die sog. Schulmedizin und alternative Behandlungsmethoden) sehr eng miteinander verknüpft sind (Hinweis weiter unten zu Zivilisationskrankheiten).

    Ein Beispiel: Ein Patient kommt zum Arzt und klagt über Unwohlsein. Er ist Nichtraucher. Der Arzt stellt erhöhten Blutdruck fest und bestellt den Patienten für den nächsten Tag zur Blutentnahme. Am darauffolgenden Tag wird das Ergebnis besprochen. Der Arzt verordnet die übliche Chemiekeule. Von dem blutdrucksenkenden Mittel bekommt der Patient zunächst einmal einen trockenen Husten. Auf Vitamin D-Mangel oder Übersäuerung wurde gar nicht geprüft. Wer will bestreiten, daß dies die Praxis ist.

    Was haben denn die Autoren dieser „kritischen Berichterstattung“ dagegen, daß der Patient auf die Idee kommt, zu einem Heilpraktiker oder Facharzt für Naturheilkunde zu gehen? Was haben sie dagegen, daß der ihm etwas anderes empfiehlt?

    Richtig ist lediglich, daß man sich gesund bzw. ausgewogen ernähren sollte. Ein wenig Bewegung kann sicherlich auch nicht schaden. Der Rest geht an der Problematik vorbei.

    Und die Problematik liegt in zeitlichen Wandel, in dem sich unsere Lebensgewohnheiten befinden: Die Ernährung wird immer einseitiger. Der Körper muß immer mehr Konservierungsmittel, Farbstoffe und Geschmacksverstärker verdauen. Zudem sind die Lebensmittel durch Weichmacher in der Verpackung belastet. Hinzu kommt der ganze Chemiemüll, der im Rahmen der Tierproduktion verfüttert oder von der Landwirtschaft auf den Acker gebracht wird. Am Ende weiß der arme Verbraucher schon gar nicht mehr, wie er sich denn gesund ernähren soll.

    Trotzdem wird wieder diese These aufgewärmt, daß der, der sich ausgewogen ernährt, keine Nahrungsergänzungsmittel benötigt.

    Diese Aussage ist ebenso klug wie die, daß man keine Polizei bzw. Gerichte benötigte, wenn sich alle an die Gesetze hielten.

    Die Praxis sieht eben – bedauerlicherweise – anders aus.

    Tatsache ist, daß die meisten Menschen an sog. Zivilisationskrankheiten sterben und daß bei – von Fachleuten geschätzten – 70 – 80 % dabei die Frage der Ernährung eine signifikante Rolle spielt. Dies kann man nicht ignorieren.

    Und ganz nebenbei, die Sache mit der ausgewogenen Ernährung ist auch nicht unbedingt einfach, und nicht nur für die, die aufgrund eingeschränkter finanzieller Möglichkeiten auf Billigangebote in Supermärkten zurückgreifen müssen.

    In den U.S.A. sagt man „Wer Geld hat, isst im Restaurant, wer kein Geld hat, isst im Fast Food Restaurant, und wer überhaupt kein Geld hat, kauft im Supermarkt tiefgefrorene Burger, die er zuhause in der Microwelle (!) zubereitet.“

    Dann ist die These, daß man bei gesunder Ernährung keine Nahrungsergänzung benötigt, doch pure Blasphemie.

    Im übrigen wäre beispielsweise für die Aufnahme von 14 Milligramm Eisen der Verzehr von circa 29 Tomaten nötig, für 800 Milligramm des Vitamins A annähernd 8 Kilogramm gegarte rote Beete (ca. 6 kg in rohem Zustand). Und die Empfehlung, täglich mindestens drei Portionen Gemüse oder 400 g zu sich zu nehmen, wird nur von insgesamt 13 Prozent der Bevölkerung erreicht. Im Schnitt schaffen Frau mit 243 g am Tag etwas mehr als Männer (222 g), doch auch das ist noch deutlich zu wenig.

    Ferner sei an den Vitamin D-Mangel bei einem großen Teil der Bevölkerung erinnert, vor dem Wissenschaftler eindeutig warnen – besonders im Winter.

    Und ganz nebenbei: Was ist den wohl „natürlicher“, die Omega 3-Kapsel, die ich schlucke (sogar die Gelatine ist pflanzlichen Ursprungs), oder der gebleichte Zucker, den man für seinen Kaffee nimmt?

    Ich will damit deutlich machen, daß früher, als man noch nicht über Nahrungsergänzung sprach, die Homöopathie verteufelt wurde, und heute hat den Platz die Nahrungsergänzung eingenommen.

    Allerdings haben die Homöopathie und Nahrungsergänzung längst einen festen Platz in der Gesellschaft eingenommen. Nahrungsergänzung ist Teil der Evolution. Die Kritik daran zumeist auf dem Nieveau einer schlechten Verschwörungstheorie.

    5. Oktober 2013 at 12:56
  • Joachim Morgenstern

    Oh ein Tippfehler, und dann auch noch an einer peinlichen Stelle. Ich weiß natürlich, daß man Niveau nicht mit ie schreibt.

    7. Oktober 2013 at 15:41

KOMMENTAR SCHREIBEN