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Völlig humorlose Ernährungstipps für humorlose Fußballfans (und Menschen mit Diabetes)

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Das Champions-League-Finale ist für Fans eine harte Nervenprobe. Wenn dann Chips als Nervennahrung auf den Tisch kommen, schlägt sich das schnell auf den Hüften nieder. Es geht aber auch ohne solche Dickmacher.

„Two Chips“ / An Animated Short from Adam Patch on Vimeo.

Humor ist heute wirklich nicht angesagt. Es geht bekanntlich um Leben und Tod (oder so ähnlich). Wir reden schließlich von Fußball. Da glaubt nun doch wirklich kaum einer ernsthaft daran, dass das die Stunde für Ernährungstipps ist. Dass wir sie nun trotzdem geben, liegt daran, dass es unter uns auch einige gibt, für die solche Empfehlungen trotz der wichtigsten Nebensache der Welt (leider) unverzichtbar sind: beispielsweise für Menschen mit Diabetes.

Ohne Nervennahrung das Champions-League-Finale durchzustehen, dürfte für hartgesottene Fußballfans schwierig werden. Trotzdem sollte kein Dortmund- oder Bayern-Anhänger einfach irgendetwas in sich hineinstopfen, wenn er am Samstag (25. Mai) das Endspiel von der heimischen Couch aus am Fernsehbildschirm verfolgt. Denn Salzgebäck, Chips und viel Bier können schnell auf die Hüften schlagen, warnt Gisela Olias vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE). Figurfreundlicher, weil kalorienärmer, aber trotzdem lecker sind Popcorn, Gemüsesticks und alkoholfreies Bier.

Auf Popcorn müssen Fans nicht verzichten

„Günstig ist ohne Butter zubereitetes Popcorn mit etwas Salz“, sagt Olias. 100 Gramm Kartoffelchips enthalten 539 Kalorien, dieselbe Menge Popcorn nur 368 Kalorien. Außerdem stecken in den aufgeplatzten Maiskörnern mit 10 Gramm pro 100 Gramm weitaus mehr Ballaststoffe als in Chips (4,2 Gramm). Ballaststoffe können das Risiko von Diabetes Typ 2 senken. Das im Popcorn enthaltene Eiweiß ist wichtig für den Muskelaufbau und hat einen sättigenden Effekt. Zu viel sollte man davon aber auch nicht essen: Eine oft übliche Portionsgröße von 175 Gramm Popcorn entspricht Olias zufolge von der Kalorienzahl her einer „guten Hauptmahlzeit“.

Sinnvoll für aufgeregte Fans daher: Knabberzeug aus Obst und Gemüse. „Das lässt sich gut vorbereiten, hat weniger Kalorien und sieht auf dem Couchtisch bunt aus“, sagt Olias. Pur oder mit einem Dip auf Joghurt- oder Quarkbasis schmecken zum Beispiel Karotten-, Gurken-, Paprika- oder Kohlrabistücke. Wer es lieber süß mag, bereitet Kiwi-, Apfel-, Birnen- oder Mangostücke zum Naschen vor. „Wer unbedingt die ganze Zeit etwas im Mund haben muss, kann auch zuckerfreies Kaugummi kauen, wenn er sich sonst nicht beherrschen kann“, rät die Expertin.

Nicht zu viele Nüsse

Nüsse gelten wegen der enthaltenen B-Vitamine gemeinhin zwar als gesunde Nervennahrung, sollten aber wegen des hohen Kaloriengehalts nur kleinen Mengen genossen werden. Damit sich kein Fan damit vollstopft, empfiehlt Olias, Wal- oder Erdnüsse mit Schale auf den Tisch zu stellen und sie erst während des Spiels zu knacken. Das bremst Fans etwas, weil sie die Nüsse erst aus der Schale pulen müssen.

Weniger Kalorien nehmen auch Fans zu sich, die weder normales Bier noch süße Limonaden, sondern nur alkoholfreies Bier trinken. Ein halber Liter Pils mit fünf Volumenprozent Alkohol oder 0,5 Liter alkoholfreie Limonade enthalten etwa 215 Kalorien, dieselbe Menge alkoholfreies Schankbier nur etwa 125. „Außerdem hat man am nächsten Tag davon keinen Brummschädel“, betont Olias.

Alkohol mache darüber hinaus hungrig – deshalb sollten insbesondere diejenigen davon die Finger lassen, die ohnehin schon Figurprobleme haben. „Aber man sollte sich auch nicht zu sehr kasteien“, sagt sie. Wer wachen Auges isst und in den Folgetagen vollwertig und ausgewogenen ernährt, sei auf gutem Wege.

(dpa/tmn)

Champions-League-Finale 2013: Dortmund – Bayern
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