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Volles Programm am 26. Juli 2014: Polio-Verbände arbeiten zusammen

Einen ganzen Tag lang geht es am 26. Juli 2014 im Neurologischen Rehabilitationszentrum Quellenhof-Bad Wildbad ausschließlich um das Thema Poliospätfolgen. Unter der bewährten Leitung von Professor Dr. med. Kai Paschen veranstalten der Bundesverband Poliomyelitis e. V., die Polio Initiative Europa und der Verein Polio Echo einen Info-Tag.

Kombi 3 Verbände neuBereits zum 5. mal findet unter Leitung von Professor Dr. med. Kai Paschen, dem in 2011 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen wurde, ein Arzt-Therapeuten-Patienten-Seminar statt. Der Bundesverband Poliomyelitis e. V. (BV Polio e. V.) und die Polio Initiative Europa (PIE) führen den Info-Tag gemeinsam mit dem Ende 2012 neugegründete Polio Verein Polio Echo e.V. durch. Themenschwerpunkt der Info-Veranstaltung: „Hilfen zur Alltagsbewältigung“ für von den Poliospätfolgen betroffene Menschen.

Prof. Dr. med. Kai Paschen: „Das Seminar wird auch im Internet als Live-Webcast übertragen. Man kann dort auch von zu Hause aus live an dem Seminar teilnehmen und in der Diskussion selbst Fragen dazu stellen.“ Der Live-Webcast sei mit allen modernen Geräten (wie PC, Laptop, Tablet oder iPhone) zu empfangen. Das sei wichtig, damit möglichst viele Betroffene und andere Interessierte an der Veranstaltung teilnehmen könnten. „Viele Betroffene sind wegen ihrer schweren Behinderung nicht in der Lage, persönlich anzureisen oder könnten dies wegen der großen Entfernung nicht“.

Prof. Dr. med. Kai Paschen

Prof. Dr. med. Kai Paschen (Bild: privat)

Laut Paschen, selbst von den Poliospätfolgen betroffen und deshalb schon seit Jahren auf einen Rollstuhl angewiesen, gibt es allein in Deutschland immer noch über 100.000 Menschen, die nach den bis etwa Anfang der 60er Jahre stattgefundenen Polio-Epidemien von den Spätfolgen der Poliomyelitis betroffen sind. Viele unter ihnen schlagen sich mit dem sogenannten Post-Polio-Syndrom herum. Eine eigenständigen Zweiterkrankung als direkte Folge der durchgemachten Poliomyelitis. „Das Thema wird uns im Übrigen noch mehr als weitere 100 Jahre beschäftigen“, ist Paschen überzeugt.

Die drei Polioverbände haben auf dieser Veranstaltung nicht nur technisch einiges zu bieten. Auch die Liste der Referenten kann sich sehen lassen. Während sich die klinische Psychologin Heike Meissner in Ihrem Vortrag mit den „Strategien zur angepassten Bewältigung von behinderungsbedingten Problemen bei Menschen mit Post-Polio-Syndrom“ beschäftigen wird, geht es in dem Vortrag der Leiterin der Abteilung Ergotherapie im Neurologischen Rehabilitationszentrum Quellenhof, Ingrid Weissinger, um „1001 kleine Helferlein“, die dem Poliopatienten die Aktivitäten des täglichen Lebens erleichtern können. Auch Professor Dr. Kai med. Paschen wird in einem Vortrag aus seinem reichen Erfahrungsschatz als Betroffener und nachgewiesener Experte zum Thema äußern. Sein Vortrag: „Wissenswertes über das Post-Polio-Syndrom (PPS)“. Er wird außerdem in die spezielle Thematik der Tagung einführen. Schließlich wird der Leiter der Rollstuhlabteilung im Neurologischen Rehabilitationszentrum Quellenhof, Florian Schlegel, über die „Anforderungen an einen Rollstuhl nach Maß“ referieren.

Begrüßt werden die Gäste durch den Chefarzt der Klinik, Prof. Dr. med. Peter Flachenecker, während der zweite Vorsitzende des Bundesverbandes Poliomyelitis e. V., Paul Neuhaus, und der Vorsitzende der Polio Initiative Europa,  Dieter Schlegel,  die Veranstaltung eröffnen werden.

Die Schirmherrschaft hat kein geringerer als der amtierende Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, übernommen, der in seinem Grußwort sagt: „Gerade vor dem Hintergrund, dass der Polioerreger in vielen Krisenregionen der Erde wieder auf dem Vormarsch ist, ist die Arbeit der Polio-Selbsthilfe wichtig, um in unserer Gesellschaft die Bedeutung der Impfung gegen die Krankheit wach zu halten.“ Der Bundesverband Poliomyelitis und die Vereinigungen der Polio-Selbsthilfe leisteten für ihre Mitglieder wertvolle Arbeit: Es sei eines ihrer zentralen Anliegen, über die erst 40 bis 50 Jahre nach der Erstinfektion auftretenden Spätfolgen der Kinderlähmung zu informieren und als Interessenvertretung die Öffentlichkeit für die Krankheit zu sensibilisieren.

Kretschmann

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg und Schirmherr der Veranstaltung (Bild: licenced under creative common, Wikipedia)

Weitere Infos:

Polio-Echo

Bundesverband Polio e. V.

Polio Initiaive Europa

Neurologisches Rehabilitationszentrum Quellenhof

Hier am 26. Juli live per Internet an der Veranstaltung teilnehmen

das volle Programm

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Lothar Epe

Lothar Epe

Dieser Beitrag erscheint als unabhängiges Blog auf ROLLINGPLANET. Er wurde von der Redaktion weder geprüft noch muss er unsere Meinung wiedergeben. Auf ROLLINGPLANET können alle User – die etwas zu sagen haben – ihr eigenes Blog veröffentlichen. Lothar Epe ist verheiratet und hat drei Kinder. Als 56-Jähriger begann er 2011 ein Studium an der Freien Journalistenschule in Berlin. Er hat das Post-Polio-Syndrom (Spätfolge der als Kind durchgemachten Poliomyelitis). Bei ROLLINGPLANET tritt Epe zweifach auf: Als ROLLINGPLANET-Redakteur und hier als privater Blogger, der unabhängig von der Redaktion schreibt, was ihm wichtig ist. Zum ausführlichen Profil.

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