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Von den Krankenkassen genervter Krebs-Professor verspricht: „Ich zahle Reha-Aufenthalt“

Dr. Schedel

Dr. Schedel

Klinikinhaber Prof. Dr. Hannes Schedel legt einen Reha-Sonderfonds für bedürftige Krebspatienten auf (vorausgesetzt, sie werden in seiner Klinik behandelt).

“Wenn dringend notwendige Therapiemaßnahmen durch die Krankenkassen abgelehnt werden, springt der Sonderfonds unbürokratisch ein”, erklärt Prof. Dr. Hannes Schedel von der onkologischen Reha-Klinik Prof. Schedel in Kellberg (Landkreis Passau), die einen guten Ruf genießt. So attestierte Landrat Franz Meyer der Einrichtung: „Bestnoten von Patienten aus dem gesamten Bundesgebiet belegen nachdrücklich die Beliebtheit und das hohe fachliche Niveau dieser Klinik, die sich Dank der hervorragenden Versorgung und Betreuung ihrer Patienten in die Spitzengruppe bei den onkologischen Rehakliniken Deutschlands hochgearbeitet hat.“

Gerade bei der Krebsbehandlung trage eine effektive Rehabilitation und Anschlussheilbehandlungsmaßnahme entscheidend zur Genesung bei, so Schedel, dessen Vater 1957 die Klinik gegründet hatte. Von den Krankenkassen könnten dabei erhebliche bürokratische Hürden ausgehen. Außerdem würden oft stationäre Maßnahmen ambulant umgelenkt mit möglichen Nachteilen für die Patienten.

Mehr als jede vierte onkologische Rehabilitation erfolgt laut Statistik in Deutschland aufgrund von Brustkrebs. In der Häufigkeit folgen bösartige Neubildungen von Prostata und Darmtumoren. In der Rehabilitation zielen die Kellberger Psycho-Onkologen eigenen Angaben zufolge besonders auf die Seele.

Ein Professor handelt

Professor Dr. Hannes Schedel ergreift nun selbst die Initiative: “Wenn eine Therapieeinheit für den Patienten wichtig ist, die ihn auf seinem Genesungsweg ein großes Stück vorwärts bringt, dann heißt es einfach handeln”. Gerade weniger vermögende Patienten könnten sich eine von den Kostenträgern abgelehnte Maßnahme aus der eigenen Tasche oft nicht leisten oder bekommen nur Teile eines dringend notwendigen Reha-Aufenthaltes erstattet. “Sehr schnell können hier Kosten im drei- bis vierstelligen Euro-Bereich entstehen, die die Betroffenen extrem belasten”, so der Klinikleiter.

Die Klinik Prof. Schedel

Die Klinik Prof. Schedel

Schnelle und unbürokratische Hilfe wolle man bieten. Um dies zu realisieren, starteten Prof. Schedel und sein Team rund um Chefarzt Markus Higi einen Sonderfonds, der in diesen Fällen für betroffene Patienten einspringen kann – vorausgesetzt, sie sind Kunden des Krankenhauses. Aufgestockt wird der Fonds durch private Einlagen des Klinikleiters.

“Wenn wir zu Beginn der Reha-Maßnahme von Patienten sehen, dass hier für ihn eventuell ein Therapieproblem aufgrund fehlender Kostenübernahme entsteht, setzen wir uns zusammen. Wir besprechen das Therapiekonzept und füllen die Lücke dann über den Sonderfonds auf”, erläutert Prof. Schedel die Idee. “So können wir im Sinne des Patienten handeln und müssen uns nicht etwaigen Kostenbeschränkungen beugen.”

„Ein Armutszeugnis“

Bislang kamen neun Patienten der Klinik in den Genuss der Kellberger-Initiative. “Im Grunde ist es ein Armutszeugnis für unser Gesundheitswesen, wenn wichtige und notwendige Therapiemaßnahmen gerade bei so eklatanten und lebensbedrohlichen Erkrankungen aus bürokratischer Umständlichkeit oder Kostengründen zum Teil nicht genehmigt werden”, kritisiert Prof. Schedel, “aber letztlich trägt der Patient daran ja keine Schuld, und wir wollen doch, dass dem Einzelnen geholfen werden kann.”

Gedacht sind die Zuschüsse aus dem Kellberger Sonderfonds für Patienten, die tatsächlich in finanziellen Nöten sind, was entsprechend geprüft wird. Die Hilfe kann dabei auch über die reine Kostenübernahme für Therapien hinausgehen. “Vor kurzem hatten wir eine Reha-Patientin bei uns, für die wir die Kosten des Aufenthaltes ihres ebenfalls kranken Mannes, den sie nicht allein lassen konnte, übernommen haben”, erinnert sich Prof. Schedel, “auch für solche Fälle ist unsere Initiative gedacht.”

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