Von „Titanic“ gegrillt: Davon geht Julia Probst nicht unter

So ist es, wenn man oder frau im Rampenlicht steht: Plötzlich haben einen nicht mehr alle lieb.

„Titanic“ mit Papst und Probst

Satire darf bekanntlich (fast) alles, und deshalb ist es prima, wenn auch behinderte Menschen auf die Schippe genommen werden. Das bedeutet nämlich: Macht man über Dich Witze, wirst Du ernst genommen.

Julia Probst (Foto: privat)

Als die Neu-Piratin Julia Probst bekannt gab, dass sie sich für den Bundestag aufstellen wird, twitterte sie ihren Parteifreunden: „Ich bitte alle Piraten, die meine Kandidatur bedenklich finden oder Fragen dazu haben, diese mir zu stellen. Ich lasse mich gerne grilllen.“ (ROLLINGPLANET berichtete: Und sie tut es doch: Julia Probst kandidiert für den Bundestag).

Das Satiremagazin „Titanic“, das zuletzt mit einem Papst-Titelblatt für Schlagzeilen sorgte, hat keine Fragen, aber Probst (seit jüngstem auch als Lippenleserin für Sky tätig) trotzdem schon vor ihrem Tweet gegrillt – in einem „Nachklapp“ auf Seite 58 seiner August-Ausgabe:

Der Nachklapp

Sie war der heimliche Internet-Star während der Fußballeuropameisterschaft. Die gehörlose Bloggerin Jule Probst las Spielern und Trainern von den Lippen ab und informierte die Netzwelt über die Tuscheleien auf dem Spielfeld und daneben. Wir haben mit der 30jährigen gesprochen:

Liebe Frau Probst, obwohl Sie taubstumm sind, können Sie mehr von Ihrer Umwelt verstehen als manch anderer…

Moment, was soll das heißen, „saudumm“?

Das war wohl ein Missverständnis. Wir dachten, Sie gelten aus ausgezeichnete Lippenleserin.

Aufgeweichte Kippendreherin? Ich rauche doch gar nicht, das macht die Stimmbänder kaputt!

Frau Probst, können Sie – wie bei Jogi Löw – auch die Mundart des Sprechers erkennen?

Nein, für eine Rundfahrt habe ich jetzt wirklich keine Zeit.

Wir brechen mal an dieser Stelle ab. Der Zeichensprach-Dolmetscher kann nach Hause gehen. Danke für das „Gespräch“.

Mein Gesäß? Was sind Sie eigentlich für Journalisten.

Was sagt die Jungpolitikerin dazu? „Von der Titanic veräppelt zu werden, ist natürlich eine Ehre. Dennoch bin ich ja bisschen enttäuscht, dass die Macher der Titanic etwas wenig Phantasie gezeigt haben bei dem Thema – man hätte das viel besser aufziehen können. Vielleicht beim nächsten Mal, Leute?“


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