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Vor Para-WM: Behindertensportler stirbt bei Trainingsunfall

Speerwerfer und Kugelstoßer Abdullah Hayayei tödlich von einer Metallstange getroffen.

BBC-Bericht über den Tod von Abdullah Hayayei. (Screenshot)

BBC-Bericht über den Tod von Abdullah Hayayei. (Screenshot)

Der tragische Tod eines Behindertensportlers aus den Vereinigten Arabischen Emiraten überschattet die Vorbereitungen auf die Para-WM der Leichtathleten in London. Wie das Internationale Paralympische Komitee (IPC) bestätigte, kam der 36-jährige Abdullah Hayayei am Dienstagnachmittag bei einem Trainingsunfall in der britischen Hauptstadt ums Leben. Laut ICP waren um 17 Uhr die Sanitäter eingetroffen, nur zwanzig Minuten später wurde der Tod des Sportlers festgestellt. Er hinterlässt fünf Kinder.

Nach Polizeiangaben wurde der Speerwerfer und Kugelstoßer, der 2016 in Rio in der Klassifizierungsgruppe F34 an den Paralympics teilnahm, von einer Metallstange getroffen. Der Vizepräsident des Behindertensport-Verbandes der Emirate erklärte einem einheimischen TV-Sender, der Käfig für die Diskuswerfer sei eingestürzt und Hayayei auf den Kopf gefallen.

Verhängnisvolle Windböen

Laut mehrerer Medienberichte war beim Training der Diskuskäfig, welcher die Zuschauer vor abgerutschten Würfen schützen soll, über ihm zusammengestürzt. Windböen hätten diesen zum Einsturz gebracht. Sofort seien andere Athleten und Betreuer herbeigeeilt, um das Metallgestänge anzuheben. Vergeblich. Auch die Rettungskräfte konnten nicht mehr helfen. Hayayei starb noch im Stadion.

„Wir sind alle wirklich erschüttert von diesen tragischen Nachrichten und dem tragischen Tod von Abdullah“, erklärte der britische IPC-Präsident Philip Craven. Die Mannschaft wolle trotz des Todes von Hayayei aber bei der WM antreten, sagte Vizepräsident Majid Al Usaimi im Sender Dubai Sports TV. Zu Ehren von Hayayei soll es bei der Eröffnungsfeier an diesem Freitag eine Schweigeminute geben.

Daniel Scheil gewann in Rio Gold. (Foto: ARD)

Daniel Scheil gewann in Rio Gold. (Foto: ARD)

Auch die deutschen Athleten zeigten sich geschockt von der Nachricht. Allen voran Paralympics-Sieger Daniel Scheil, der in der Klasse F34 oft gegen Hayayei angetreten war. „Wir waren Freunde. Ich bin absolut geschockt“, sagte der Rollstuhlfahrer der Deutschen Presse-Agentur: „Ich habe ihn bei vielen Wettkämpfen treffen dürfen. Er hat immer einen Spaß gemacht und war ein sehr fairer Sportsmann. Wenn ich oder er mal etwas vergessen hatten, haben wir uns ausgeholfen und es untereinander ausgetauscht.“

(RP/mit Materialien von dpa)

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