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Vorfreude: Alle sind ganz aufgeregt wegen des neuen Schwerbehindertenausweises

Behindertenausweis – demnächst im Scheckkartenformat?

Behindertenausweis – demnächst im Scheckkartenformat?

Er soll klein und handlich werden. Die Lebenshilfe freut sich (wir uns natürlich auch). Und der Behindertenbeauftragte sieht jetzt die Bundesländer am Zug.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat einen Verordnungsentwurf für einen kleinen Behindertenausweis erarbeitet. Die Bundesvereinigung Lebenshilfe sieht sich damit bestätigt: „Es setzt damit eine von uns alte und oft gestellte Forderung um. Wiederholt haben sich Menschen mit Behinderung in der Lebenshilfe und darüber hinaus dafür eingesetzt, dass der etwa postkartengroße Schwerbehindertenausweis samt Beiblatt und Wertmarke kleiner und einfacher wird.“

Werkstattmitarbeiter und Bewohner von Wohnstätten haben dazu weit mehr als 20.000 Unterschriften gesammelt, Briefe geschrieben und Gespräche mit Politikern geführt, so die Lebenshilfe. Immer sei ihnen Verständnis für das Anliegen signalisiert worden – und dennoch habe die Umsetzung bisher auf sich warten lassen.

„Die Leute gucken immer so groß, wenn ich den Ausweis vorzeige. Das fällt doch auf! Der Ausweis soll so klein sein wie der neue Personalausweis. Das geht doch auch!“, so der Bremer Achim Giesa vom Rat behinderter Menschen in der Lebenshilfe und Mit-Initiator der Aktion für einen Behindertenausweis im Scheckkartenformat.

Robert Antretter, der Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, hat sich seit Jahren vehement für diese berechtigte Forderung eingesetzt: „Ich freue mich besonders, dass dieses Herzensanliegen von Menschen mit geistiger Behinderung endlich wahr zu werden scheint. Sie haben sich selbst dafür eingesetzt. Jetzt kommt es darauf an, dass die Länder mitziehen.“

Der kleine Ausweis ist als Ziel auch im Nationalen Aktionsplan der Bundesregierung zur UN-Behindertenrechtskonvention beschrieben. Eine weitere Verzögerung wolle die Lebenshilfe nicht hinnehmen. Die Mehrkosten hielten sich bei flächendeckender Verbreitung im Rahmen. Zudem führe seit September 2011 der Wegfall des Streckenverzeichnisses für die unentgeltliche Beförderung schwerbehinderter Menschen im öffentlichen Personenverkehr zu einer kostensparenden Vereinfachung.

Die Lebenshilfe erwartet jetzt eine schnelle Reaktion der Bundesländer und die Abstimmung über das weitere Verfahren, das ab Januar 2013 beginnen und 2015 überall abgeschlossen sein sollte.

„Der neue Ausweis kann kommen“

„Der neue Schwerbehindertenausweis im Scheckkartenformat kann kommen, vorausgesetzt die Bundesländer nehmen jetzt ihre Verantwortung wahr“, erklärt heute der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat den Ländern einen Verordnungsentwurf für einen kleineren Schwerbehindertenausweis vorgelegt. Damit habe es das im Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention angekündigte Vorhaben für einen benutzerfreundlicheren Schwerbehindertenausweis angeschoben, so der Beauftragte.

„Jetzt sind die Länder am Zuge. Ein weiteres Abwarten nach zig Verhandlungsrunden über die genaue Gestaltung des neuen Ausweises ist nicht akzeptabel. Wer den neuen Ausweis jetzt weiter verzögert, muss das Millionen von Inhabern eines Schwerbehindertenausweises erklären, gegenüber denen seit Jahren ein benutzerfreundlicheres Format angekündigt wird“, so Hubert Hüppe.

Auch der Beauftragte wies auf den Wegfall des Streckenverzeichnisses seit September 2011 hin. Bahnnutzer mussten das Verzeichnis zuvor zusammen mit ihrem Schwerbehindertenausweis in Nahverkehrszügen mitführen. Durch den Wegfall sei ein Kostenfaktor für die Länder entfallen, so der Beauftragte.

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1 Kommentar

  • Bernd Diedler

    Zitat. des Titels „Vorfreude: Alle sind ganz aufgeregt wegen des neuen Schwerbehindertenausweises“.

    ICH NICHT!!! Warum auch? Ich bin wegen was
    anderem aufgeregt z.B. keinen Sex mehr zu haben.

    Habe einen Ausweis seit mehreren Jahren,
    aber wenn ich es genau betrachte mit dem Ausweis
    kann ich mir den Hintern wischen……..

    Was kann ich mit dem neuen was ich auch mit dem
    alten nicht kann.
    Der einzige Vorteil vom neuen Ausweis ist natürlich die Größe, als ich noch bissel stolpern konnte war es mühselig dieses „Riesen“ Blatt z.B. im Sommer einzustecken.

    13. Juni 2013 at 14:32

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