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Vorsicht, Rentner auf Elektrofahrrädern!

Eine neue Plage sucht den ROLLINGPLANETen heim. Der erste Politiker warnt.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU, Foto: dpa)

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU, Foto: dpa)

Der ROLLINGPLANET wird immer gefährlicher. Dies liegt daran, dass Rollstuhlfahrer und Senioren zunehmend einfach so ihr Haus verlassen. Wenn beides zusammen kommt – also sich ein älterer Mensch im Rolli befindet – wird es sogar gemeingefährlich, wie neulich eine etwa 60-jährige Dame mit lila Mütze in Niedersachsen bewies, die mit ihrem E-Rolli mehrmals ein Auto attackierte, um anschließend Fahrerinflucht zu begehen.

Nun gibt es eine neue Plage auf dem ROLLINGPLANETen, wie Bayerns Innenminister Joachim Herrmann festgestellt hat. Der CSU-Politiker äußert sich besorgt über den hohen Anteil älterer Menschen an Unfällen mit Elektro-Fahrrädern. In 60 Prozent der Fälle seien im vergangenen Jahr Männer oder Frauen über 65 Jahren verwickelt gewesen, sagte er im mittelfränkischen Cadolzburg.

Bei Unfällen mit normalen Fahrrädern machte die Gruppe der Senioren dagegen nur 18 Prozent aus. „Das zeigt, dass die sogenannten Pedelecs gerade für ältere Verkehrsteilnehmer schwer zu beherrschen sind“, betonte Herrmann bei einem Etappenstopp der Radltour des Bayerischen Rundfunks (BR). Zwischen Januar und Mai gab es in Bayern 66 Pedelec-Unfälle – rund 37 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Tempolimit für Elektrofahrräder?


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Älterer Mann auf einem Elektrofahrrad – wenigstens trägt er einen Helm (Foto: dpa)
Fahrräder mit zusätzlichem elektrischen Antrieb sind nicht nur bequem, wenn die Muskeln erschlaffen, der Anstieg zu hart oder die Tour zu weit ist – sondern sie können auch schnell sein: Geschwindigkeiten von bis zu 45 km/h erreichen die stärksten Modelle, auch wenn die erlaubte Höchstgeschwindigkeit in der Regel auf 25 km/h beschränkt ist.

Nach Angaben des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) werden in Deutschland schon mehr als eine Million Elekrofahrräder gefahren. Der Verband schätzt, dass in diesem Jahr 400 000 weitere motorisierte Fahrräder verkauft werden, Tendenz steigend.

Unterschieden wird zwischen sogenannten Pedal Electric Cycle, kurz Pedelec, und klassischen E-Bikes. Während der Elektromotor beim Pedelec nur das Treten unterstützt, kann der Fahrer eines E-Bikes unabhängig von der eigenen Leistung Gas geben, so wie man es von Mofas kennt. Seit kurzem gelten Pedelecs rechtlich gesehen nur dann noch als Fahrräder, wenn die Leistung ihres Hilfsantriebs 250 Watt nicht überschreitet und die Höchstgeschwindigkeit bei 25 km/h abgeriegelt wird.

„An Menschen, die vorher noch nie Rad gefahren sind, stellen Elektrofahrräder sehr hohe Anforderungen“, sagt Dirk Lau vom Allgemeinen Deutsche Fahrrad-Club (ADFC). Er ist gegen eine Helmpflicht – aber empfiehlt, über ein Tempolimit nachzudenken.

(RP/dpa)

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2 Kommentare

  • MS für Fortgeschrittene

    *lol*

    8. August 2013 at 14:51
  • Eva

    Wenn die auch noch meinen mit ihrem E-Fahrrad Zug fahren zu wollen, dann hat man als Rollstuhlfahrer keine Chance mehr. Besonders in den Regionalzügen ist das Gedrängel eine Zumutung.

    14. August 2013 at 10:24

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