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Voy! Die Blindenfußball-Bundesliga 2013 startet – allerdings ohne Jens Lehmann

Neun Mannschaften kämpfen ab kommenden Wochenende in der mittlerweile sechsten Saison um den Titel.

Die Titelverteidiger aus Marburg

Die Titelverteidiger aus Marburg

Die Blindenfußball-Bundesliga (DBFL) erlebte im vergangenen August eine Überraschung: Bereits am fünften und vorletzten Spieltag sicherten sich die Sportfreunde Blau-Gelb Marburg vorzeitig den Titel des Deutschen Meisters 2012 – und entthronten damit den MTV Stuttgart, der seit Jahren diese Sportart dominierte.

Auch 2013 wird es wieder spannend: Neun Mannschaften kämpfen am Wochenende in der mittlerweile sechsten Saison der von der Sepp-Herberger-Stiftung ermöglichten DBFL um den Meistertitel. Der erste Spieltag wird in Braunschweig stattfinden.

Die wichtigsten Einsteiger-Infos über Blindenfußball

Eine Mannschaft besteht aus vier Feldspielern und einem Torwart. Sie kicken auf einem ausgerollten Kunstrasen (20 mal 40 Meter) mit seitlicher Bandenbegrenzung, die wie beim Hallenfußball mit einbezogen werden können.

Der Torwart ist tatsächlich die Nummer 1: Er darf als einziger Spieler aus dem Team sehen, er gibt seinen Deckungsspielern Anweisungen, während die jeweiligen Angreifer von einem Guide, der hinter dem Tor des Gegners steht, per Zuruf dirigiert werden. Das Tor entspricht dem des Handballs (zwei mal drei Meiter). Im Hinblick auf die Paralympics 2016 in Rio de Janeiro (Brasilien) gab es sogar Gerüchte, dass Jens Lehnmann Torwart der Nationaltorwart der Blindenfußballer werden würde.

Die Feldspieler müssen vollblind sein oder bei einem eventuell vorhandenen Sehrest diesen durch das Tragen von Dunkelbrillen ausgleichen. International darf nur spielen, wer die Hand vor den Augen nicht sehen kann.

Der Ball ist beim Blindenfußball etwas kleiner und deutlich schwerer (vergleichbar mit einem Futsal-Ball) als der normale Fußball, da Rasseln eingebaut sind, damit die Spieler ihn akustisch wahrnehmen und lokalisieren können. Außerdem soll der Ball möglichst nicht so hoch springen.

Eine zentrale Rolle auf dem Spielfeld spielt das spanische Wort „Voy“. Es heißt „Ich komme“. Jeder Spieler, der sich dem ballführenden Akteur nähert, muss dieses Wort immer wieder laut rufen.

Alle Spieler tragen zu ihrer Sicherheit einen Kopfschutz.

Die Mannschaften der Saison 2013

Chemnitzer FC
SF Blau-Gelb Blista Marburg
SG Braunschweig/LFC Berlin
VfB 09/13 Gelsenkirchen
MTV Stuttgart 1843
BFW/VSV Würzburg
ISC Vik. Dortmund-Kirchderne
SG PSV Köln/RBSSV Düren
FC St. Pauli von 1910

Die Termine

Die Meisterschaft wird an sechs Spieltagen und verschiedenen Orten ausgetragen.

Spieltag 1: 13.-14. April 2013, Braunschweig (Bezirkssportanlage Franzsches Feld, Herzogin-Elisabeth-Straße 81)
Spieltag 2: 11. Mai 2013, Hamburg (Rathausmarkt)
Spieltag 3: 15. Juni 2013, Regensburg (Neupfarrplatz)
Spieltag 4: 6./7. Juli 2013, Düren (Karl-Arnold-Straße 132-134)
Spieltag 5: 24. August 2013, Soest (Parkplatz am ehemaligen Hallenbad/Wiesenstraße)
Spieltag 6: 14. September 2013, Stuttgart (Schlossplatz)

Live-Übertragungen

Alle Spiele werden in Zusammenarbeit mit den Spielbeschreibern der Blindenfußball-Bundesliga live bei „R4H – das Radio für barrierefreie Köpfe“ (www.r4h.de) übertragen.

Alle Infos zu den Spieltagen, den Mannschaften und auch den Livestream finden sich auf www.blindenfussball.de und www.blindenfussball.net

(RP)

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