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Wann übernimmt Krankenkasse die Fahrtkosten zum Arzt?

Das sollten Patienten beachten, wenn sie Geld zurück haben wollen.

Der Arzt oder die Ärztin muss eine Bescheinigung ausstellen (Foto: Tim Reckmann/pixelio.de)

Der Arzt oder die Ärztin muss eine Bescheinigung ausstellen (Foto: Tim Reckmann/pixelio.de)

Die Krankenkasse übernimmt in bestimmten Fällen auch die Fahrkosten zum Arzt. Voraussetzung ist, dass Patienten mindestens Pflegestufe 2 haben und für eine medizinisch notwendige Behandlung zum Arzt müssen. „Wer also nur ein Rezept abholen will, muss die Fahrtkosten selbst übernehmen“, erklärt Michaela Schwabe von der Berliner Beratungsstelle der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD). Die Kasse zahlt außerdem nur, wenn vorab ein Antrag gestellt und genehmigt wurde.

„Für den Antrag sollten Betroffene sich vom Arzt bescheinigen lassen, dass die Behandlung und die Taxifahrt wirklich erforderlich sind“, rät Schwabe. Diese Bescheinigung sollte dann bei der Kasse eingereicht werden. Zuzahlen müssen Patienten in der Regel zehn Prozent pro Fahrt, mindestens aber fünf und höchstens zehn Euro. Die Belastungsgrenze für Zuzahlungen beträgt im Jahr zwei Prozent des Bruttoeinkommens. Für chronisch Kranke ist die Belastungsgrenze niedriger, nämlich ein Prozent.

Ist die Belastungsgrenze erreicht, können sich die Patienten für den Rest des Jahres von weiteren Zuzahlungen befreien lassen. Dazu reicht ein formloser Antrag bei der Krankenkasse, der zusammen mit allen bisherigen Zuzahlungsbelegen eingereicht wird. Diese sollte man also aufbewahren.

(dpa)

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2 Kommentare

  • Steffi

    Aua.
    Auch wenn dieser Test nicht aus eurer Feder kommt…das ist peinlich.

    Zunächst mal ist die Gruppe der Menschen, die Fahrtkosten zur ambulanten Behandlung erstattet bekommt, weit grösser.
    Neben PS2 sind auch bei behinderten Menschen mit Merkzeichen aG. BI oder H oder bei vergleichbarer Einschränkung die Kosten zu erstatten. Auch bei Fahrten zur Chemotherapie oder Dialyse werden Fahrtkosten übernommen.
    Der Arzt muss die Fahrten verordnen, allerdings nicht jede Fahrt einzeln, wie dieser Artikel suggeriert. Dies wir bei der Kasse eingereicht.
    Dann bekommt man eine grundsätzliche Kostenübernahme. Abgerechnet wird dann je nach Transportart und je nach Kasse direkt mit einem Transportunternehmen oder als Erstattung mit dem Versicherten direkt.
    Nachlesen kann man das z. B. hier:
    https://www.g-ba.de/downloads/62-492-74/RL-Khtransport-2004-12-21.pdf

    Ehrlich – ich verstehe nicht, wie man so etwas zusammenschreiben oder veröffentlichen kann. Leute, die einen Anspruch hätten werden ja regelrecht entmutigt, einen Antrag zu stellen.

    3. August 2014 at 21:20
    • Y. Schulz

      Meine Fahrten werden insoweit von meiner Krankenkasse übernommen, dass ich gnädigerweise „nur“ mindestens 5 maximal 10 Euro bezahlen muss. Heute bekam ich den Brief, habe aber schon 16 Bestrahlungen hinter mir. Mir wurde gesagt, ich zahle einmalig nur 10 Euro. Ich fühle mich von meiner Krankenkasse hinters Licht geführt.

      21. Januar 2016 at 20:53

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