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Waren von Behinderten: Betrüger setzen wieder auf Mitleidsmasche

In der Vorweihnachtszeit häufen sich wie jedes Jahr die unseriösen Angebote.

Die Lebenshilfe warnt vor Haustür-Geschäften (Foto:  Hartmut910/pixelio.de)

Die Lebenshilfe warnt vor Haustür-Geschäften (Foto: Hartmut910/pixelio.de)

Wenn es bei Ihnen demnächst klingen sollte: Wir von der ROLLINGPLANET-Redaktion sind es nicht.

Wer an der Haustür oder telefonisch Produkte angeboten bekommt, die angeblich von Behinderten hergestellt wurden, sollte diese genau prüfen. In der Vorweihnachtszeit bekommen Verbraucher mit dieser Mitleidsmasche auch unseriöse Angebote aufgedrängt. Darauf weist der Verein Lebenshilfe hin, eine Selbsthilfevereinigung für Menschen mit Behinderung.

Im Notfall die Polizei rufen

Wer an Produkten aus Werkstätten für behinderte Menschen interessiert ist, sollte besser das Angebot von entsprechenden Einrichtungen in der Region nutzen, die oft eigene Läden betreiben und mit Ständen auf Weihnachtsmärkten vertreten sind.

Bei Geschäften an der Haustür sollte sich Verbraucher nicht zu einer schnellen Entscheidung drängen lassen und sich genau erklären lassen, wie behinderte Menschen an der Herstellung beteiligt waren und welcher Anteil aus dem Verkauf einem guten Zweck zufließt, rät der Verein. Sollten Verkäufer aggressiv auftreten oder das Angebot unseriös wirken, rufen Verbraucher am besten die Polizei.

Fallen Sie nicht auf Betrüger herein

Tipps der Lebenshilfe

  • Lassen Sie sich nicht zu einer schnellen Entscheidung drängen.
  • Lassen Sie sich genau erklären – und möglichst schriftlich belegen -, wie behinderte Menschen an der Herstellung beteiligt waren und welcher Anteil einem guten Zweck zufließt.
  • Fragen Sie nach, ob hinter der Aktion ein gemeinnütziger Verein oder eine Behinderten-Einrichtung steht und wer dort für eventuelle Rückfragen zu erreichen ist.
  • Erkundigen Sie sich zunächst bei dieser Adresse, ob „alles mit rechten Dingen zugeht“, und sagen Sie selbst bei kleinen Zweifeln lieber „Nein Danke“ zu dem Angebot.
  • Lehnen Sie es ab, Waren zu überhöhten Preisen oder in großer Stückzahl zu bestellen, „weil es ja einem guten Zweck dient“.
  • Achten Sie auf Qualität und Funktionalität. Falls Sie an den angebotenen Waren interessiert sind, fragen Sie nach einem Katalog, um später in Ruhe auswählen zu können.
  • Wenn Sie sich zu einem Kauf entschieden haben, anschließend aber unzufrieden mit Preis und Produkt sind, machen Sie von Ihrem Rückgaberecht Gebrauch. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihnen mit dem erworbenen Produkt eine glaubwürdige und aussagekräftige Adresse des Vertriebs schriftlich verbleibt.

(RP/dpa)

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1 Kommentar

  • Michael Ziegert

    Liebe Lebenshilfe, das ist ein oft wiederholter, aber dennoch ungemein wichtiger Hinweis.
    Danke an RP, dass Ihr einen Teil der Pressemitteilung der Lebenshilfe weggelassen habt, nämlich die Eigenwerbung für den eigenen Lebenshilfe-Shop.
    Ich habe es der Lebenshilfe schon im vergangenen Jahr gesagt, dass es – nun ja – unschön ist und die Grenzen der Seriosität überschreitet, wenn man eine absolut richtige und nötige Information herausgibt und dabei auf den eigenen Shop verweist. Das hat dann so ein Geschmäckle.

    13. November 2013 at 17:55

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