Wartburgstiftung sucht weiter nach barrierefreiem Aufstieg zur Burg

Bisherige Lösungen für das Unesco-Weltkulturerbe gescheitert – jetzt ein Fahrstuhl durch den Felsen?

Die Wartburg wurde um 1067 von Ludwig dem Springer gegründet und gehört seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Bedeutung des Namens leitet sich von dem Begriff Warte ab, bedeutet also Wach-, Wächterburg. (Foto: Wikipedia/Smial, gemeinfrei)

Die Wartburg wurde um 1067 von Ludwig dem Springer gegründet und gehört seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Bedeutung des Namens leitet sich von dem Begriff Warte ab, bedeutet also Wach-, Wächterburg. (Foto: Wikipedia/Smial, gemeinfrei)

Die Wartburgstiftung in Eisenach (Thüringen) hat die Suche nach einem barrierefreien Zugang zur Wartburg noch nicht aufgegeben. Eine Möglichkeit sei ein großer Fahrstuhl, der durch den Felsen auf das Bergplateau getrieben werden könnte, sagte Burghauptmann Günter Schuchardt am Mittwoch. Derzeit prüfe man mit zwei Architekturbüros, ob sich eine Variante ähnlich wie an der Festung Königstein (Sachsen) realisieren lassen könnte. Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) und Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hätten sie darin bestärkt, nach einer Lösung für das Unesco-Weltkulturerbe zu suchen.

Gescheitert waren zuvor Pläne für eine Standseilbahn am Burghang sowie ein Elektrobus-Projekt. Der Internationale Denkmalrat Icomos als Berater und Gutachter des Welterbekomitees hatte das Erscheinungsbild der Wartburg durch an Seilen gezogenen Wagen als gefährdet angesehen. Das Bus-Projekt scheiterte an zu hohen Kosten.

Der steile Anstieg zu Fuß vom Parkplatz auf die etwa 400 Meter hoch gelegene Burg ist nicht nur für Menschen mit Behinderungen und Senioren ein oft schwer zu bewältigendes Hindernis. Auch bei Hitze und bei Glatteis kann das Kopfsteinpflaster gefährlich werden. Einige Reiseveranstalter mit älteren Reisenden würden die Burg schon nicht mehr ansteuern, sagte Schuchardt.

Hier versteckte sich Martin Luther
Die Wartburg wurde 1999 als bisher einzige Burganlage in Deutschland in das Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen. (Foto: Marc Tirl/dpa)

Die Wartburg wurde 1999 als bisher einzige Burganlage in Deutschland in das Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen. (Foto: Marc Tirl/dpa)

Die Wartburg wurde um 1067 von Ludwig dem Springer gegründet und gehört seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Bedeutung des Namens leitet sich von dem Begriff Warte ab, bedeutet also Wach-, Wächterburg.
Die heutige Wartburg ist größtenteils im 19. Jahrhundert unter Einbeziehung weniger erhaltener Teile neu gebaut worden. Das heutige Erscheinungsbild der Wartburg und ihres Landschaftsparks geht auf den Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach zurück.
Wie kaum eine andere Burg Deutschlands ist die Wartburg mit der Geschichte Deutschlands verbunden. 1211 bis 1227 lebte die später heiliggesprochene Elisabeth von Thüringen auf der Burg. 1521/22 hielt sich der Reformator Martin Luther als „Junker Jörg“ hier versteckt und übersetzte während dieser Zeit das Neue Testament der Bibel („Septembertestament“) in nur elf Wochen ins Deutsche. Johann Wolfgang von Goethe weilte mehrfach hier, erstmals im Jahr 1777. Am 18. Oktober 1817 fand auf Einladung der Jenaer Urburschenschaft anlässlich des 300. Jahrestages des Thesenanschlags Martin Luthers (31. Oktober 1517) und im Gedenken an die Völkerschlacht bei Leipzig (16. bis 19. Oktober 1813) auf der Burg das erste Wartburgfest statt. Das zweite Wartburgfest wurde im Revolutionsjahr 1848 veranstaltet. So ist es nicht verwunderlich, dass die Burg bereits im 19. Jahrhundert als nationales Denkmal galt.
Quelle: Wikipedia

(dpa)

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4 Kommentare

  • Ulla Kenntner

    Geht’s noch ein bisschen kostspieliger?

    18. März 2016 at 11:44
  • Ulla Kenntner

    Ehe die öffentliche Infrastruktur weitgehend barrierefrei ist, braucht es keine rollstuhlgerecht erschlossenen Burgen und Schlösser!

    18. März 2016 at 11:49
  • Andreas Lindlar

    Da geht es um ausbleibende Besucher und nicht so sehr um eine Barrierefreiheit auf biegen und brechen. Die Barrierefreiheit soll wieder mehr Gäste bringen und unter der Prämisse muss man das ganze betrachten.

    18. März 2016 at 13:43
  • Ralph Milewski

    Was nutzt einem der Zugang zur Burg, wenn man dann, nach dem man es in die Wartburg geschafft hat, lediglich im Innenhof blöd herumstehen kann? Weder Gastronomie, noch Toiletten sind mit dem Rollstuhl zugänglich. Und auch nur ein sehr kleiner Teil der Burg kann bei einer angemeldeten Besichtigung erkundet werden. So war es zumindest noch im Jahr 2013.

    18. März 2016 at 14:54

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