Warum Ihr Doc einen Kittel mit kurzen Ärmeln haben sollte

Weniger Keimbelastung: Deutschlands erster Klinikbetreiber kleidet Personal neu ein. Einige ältere Chefärzte maulen.

Eine Krankenschwester (r) und eine Ärztin im Asklepios-Krankenhaus Barmbek in Hamburg tragen die neuen Arbeitskittel. Sie folgen damit den Hygiene-Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und der WHO. (Foto: Christian Charisius/dpa)

Eine Krankenschwester (r) und eine Ärztin im Asklepios-Krankenhaus Barmbek in Hamburg tragen die neuen Arbeitskittel. (Foto: Christian Charisius/dpa)

Der Klinikkonzern Asklepios kleidet Ärzte und Pflegepersonal in seinen rund 100 Einrichtungen deutschlandweit neu ein. Der klassische langärmlige Arztkittel wird von April an ausgemustert, kurze Ärmel sind angesagt. Damit reagiere man auf die Sorge der Patienten vor einer Ansteckung mit multiresistenten Keimen, erklärte Konzerngeschäftsführer Kai Hankeln. Studien hätten gezeigt, dass die Ärmel der Arztkittel besonders stark mit Keimen belastet seien.

Asklepios ist nach eigenen Angaben der erste große Klinikbetreiber in Deutschland, der sich zu diesem Schritt entschlossen hat. Der Konzern folge damit Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In Operationssälen und auf Intensivstationen ist kurzärmlige Kleidung längst Standard. Auf den normalen Stationen sei der langärmlige weiße Arztkittel dagegen bislang ein Erkennungszeichen und Statussymbol gewesen.

Für die Abschaffung musste die Konzernleitung viel Überzeugungsarbeit leisten. „Das ist ein beachtlicher kommunikativer Aufwand“, sagte Hankeln. Jüngeren Medizinern falle der Abschied vom traditionellen Kittel leichter. „Bei älteren Chefärzten ist das schon eine gewisse Hürde, die sie überspringen müssen.“

(dpa)

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