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Warum Kinder mit Rheuma doch Sport machen sollten

„Besser keinen Sport!“ heißt es oft. Aber das ist ein weit verbreiteter Irrtum.

Rheuma-Experte erklärt: Auch Fußball ist möglich (Foto: Dieter Schutz/pixelio.de)

Rheuma-Experte erklärt: Auch Fußball ist möglich (Foto: Dieter Schutz/pixelio.de)

Entgegen der Bedenken vieler Eltern hilft Sport Kindern mit Rheuma. Voraussetzung für alle sportlichen Aktivitäten ist aber, dass die Entzündungen an den Gelenken und mögliche Gelenkschwellungen zurückgegangen sind und das Kind keine Schmerzen mehr hat.

Grulich-Henn_2009_eabfa9856dDarauf weist Jürgen Grulich-Henn (Foto: Uniklinikum Heidelberg) hin. Er ist leitender Arzt des Bereichs Kinder-Rheumatologie am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Heidelberg. „Dann sind nach wie vor die klassischen Sportarten Schwimmen und Radfahren“, sagt Grulich-Henn. Denn hierbei werden die Gelenke relativ wenig beansprucht.

Nur wenige Sportarten, die nicht geeignet sind

Aber auch auf Fußball, Handball oder Fechten müssen die Kinder nicht zwangsläufig verzichten, nur weil sie Rheuma haben. Wichtig sei, dass sie gemeinsam mit dem Arzt besprechen, was sie machen wollen. Dann können sie ausprobieren, inwieweit es mit dem Sport funktioniert.

Grulich-Henn sagt seinen Patienten: „Sei ehrlich genug: Wenn es schmerzt, dann lass‘ es.“ Generell helfe der Sport, dass die Beweglichkeit der Gelenke erhalten bleibe. Außerdem tue er dem Selbstbewusstsein der jungen Patienten gut.

Als No-gos in Sachen Bewegung nennt Grulich-Henn nur wenige Sportarten. „Wettkampfmäßiges Trampolinspringen oder Fallschirmspringen“, gibt er zwei Beispiele. „Kickboxen ist auch nicht das, was man Rheumapatienten empfiehlt.“ Insgesamt schrumpfe die Liste mit den No-go-Sportarten aber.

Schulsport ist möglich

Kinder mit Rheuma müssen wegen ihrer Krankheit auch nicht auf den Sportunterricht in der Schule verzichten. Der Arzt kann ihnen zum Beispiel eine Bescheinigung mit dem langen Titel „Teilnahme am Sportunterricht im Rahmen der selbstbestimmten Leistungsfähigkeit“ ausstellen.

Damit haben die Kinder die Möglichkeit, am Unterricht teilzunehmen, wenn sie keine Schmerzen haben, und auszusetzen, wenn sie in einer akuten Phase stecken. Auf eine Note wird dann meist verzichtet.

(dpa/tmn)

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