Warum man Ärztebewertungsportalen nicht immer vertrauen kann

Viele möchten sich vor einem Besuch in der Praxis informieren. Doch Online-Empfehlungen oder -Kritiken sind mit Vorsicht zu lesen.

Fraglich, ob der kritisierende Patient tatsächlich in der Praxis war: Ein Arzt klagte erfolgreich gegen das Ärztebewertungsportal Jameda

Fraglich, ob der kritisierende Patient tatsächlich in der Praxis war: Ein Arzt klagte erfolgreich gegen das Ärztebewertungsportal Jameda

Ein seriöses Ärztebewertungsportal erkennen Patienten etwa daran, dass Mediziner die Möglichkeit zur Gegendarstellung haben. Außerdem ist das Bewertungsverfahren verständlich und transparent. Und Werbung und Inhalt sind getrennt. Darauf weist die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hin. Außerdem sollte im Impressum die Identität des Betreibers sowie eine Mailadresse zu finden sein.

Online-Bewertungsportale können auf der Suche nach einem guten Arzt als eine erste Orientierung dienen. Zu viel sollte man von den Portalen allerdings nicht erwarten, wie der KZVB-Sprecher Kai Fortelka betont. Denn dort werden lediglich subjektive Erfahrungen und Eindrücke anderer Patienten wiedergegeben.

Wenn ein einziger Patient die Note versaut

Haben Patienten Probleme mit einer Behandlung oder wollen sich etwa vor einer Zahnersatzbehandlung eine zweite Meinung einholen, sind die zahnärztlichen Beratungsstellen der Bundesländer eine mögliche Anlaufstelle. Unter www.informationen-zum-zahnersatz.de gibt es eine Übersicht. Beim Verdacht auf einen Behandlungsfehler können Patienten sich an die Schlichtungsstellen der Landesärztekammern wenden.

Der Bundesgerichtshof (BGH) gab am Dienstag einem Arzt Recht, der in einem Portal schlecht bewertet wurde und auf Löschung geklagt hatte. In dem Fall hatte ein Nutzer auf dem Internetportal Jameda dreimal die Note sechs vergeben. Der Mediziner erhielt somit eine Durchschnittsnote von 4,8. Das wollte er nicht hinnehmen und verlangte Beweise dafür, dass der Patient tatsächlich bei ihm behandelt worden war. Dem sei Jameda nicht ausreichend nachgekommen. Der BGH entschied, dass Bewertungsportale künftig auf Verlangen konkrete Nachweise vorlegen müssen, ob ein Nutzer tatsächlich beim bewerteten Arzt in der Praxis war.

(dpa/tmn)

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