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Warum sich das Festival „Grenzenlos Kultur“ gerne selbst abschaffen würde

Vom 21. bis 30. September bieten Künstler mit und Künstler ohne Behinderung wieder ein beeindruckendes Programm.

China Plate (Großbritannien): The Shape of the Pain. Eine Frau mit komplexem regionalem Schmerzsyndrom (CRPS) versucht, ihre Erfahrung des physischen Schmerzes zu beschreiben. (Foto: Grenzenlos Kultur)

China Plate (Großbritannien): The Shape of the Pain. Eine Frau mit komplexem regionalem Schmerzsyndrom (CRPS) versucht, ihre Erfahrung des physischen Schmerzes zu beschreiben. (Foto: Grenzenlos Kultur)

Das Mainzer Festival „Grenzenlos Kultur“ mit behinderten und nicht behinderten Künstlern blickt in diesem Jahr auf Europa. Schlüsselstück der 19. Auflage vom 21. bis 30. September am Mainzer Staatstheater sei die Performance „De Man in Europe“, sagte Festivalleiter Andreas Meder am Donnerstag. Der belgische Künstler Lucas de Man zeichne darin eine Studie über das Europa der Gegenwart.

Das Festival beschäftigt sich nicht nur mit Europa, sondern hat auch Europa zu Gast: Die Künstler mit und ohne Behinderung kommen aus sieben Ländern, darunter Russland und Serbien. Die künstlerische Dichte des diesjährigen Programms sei beeindruckend, sagte Markus Müller, Intendant des Staatstheaters Mainz: „Das erfüllt höchste Qualitätsansprüche.“

Wenn sich Zuschauer in den Armen liegen

ADHOK (Frankreich): Great Escapes – Emergency Exit. Eigentlich sollten die sieben Bewohner des Altenheims diesen Ort nicht verlassen. Doch hier stehen sie, die Essenstabletts in der Hand, und wagen sich auf ihrer „großen Flucht“ durch den „Notausgang“ hinaus in die Stadt. Ihre Bewegungen sind zunächst noch unbeholfen, ihr Aussehen zuweilen gebrechlich und auch ihr Gedächtnis lässt langsam nach. Aber nichts kann die Frauen und Männer davon abhalten, wieder hinaus ins Leben zu drängen. (Foto: Grenzenlos Kultur)

ADHOK (Frankreich): Great Escapes – Emergency Exit. Eigentlich sollten die sieben Bewohner des Altenheims diesen Ort nicht verlassen. Doch hier stehen sie, die Essenstabletts in der Hand, und wagen sich auf ihrer „großen Flucht“ durch den „Notausgang“ hinaus in die Stadt. Ihre Bewegungen sind zunächst noch unbeholfen, ihr Aussehen zuweilen gebrechlich und auch ihr Gedächtnis lässt langsam nach. Aber nichts kann die Frauen und Männer davon abhalten, wieder hinaus ins Leben zu drängen. (Foto: Grenzenlos Kultur)

Ein weiterer Schwerpunkt des Festivals ist die Rolle von alten Menschen in der Gesellschaft. So lässt die französische Gruppe Adhok Senioren aus einem Altenheim ausbrechen. „,Great Escapes‘ ist ein anrührendes Theaterstück, das viel Lebensfreude vermittelt“, sagte Meder. Nach dem Stück lägen sich die Zuschauer oft in den Armen.

„Seit 20 Jahren bieten wir behinderten Künstlern eine professionelle Bühne“, so Meder. „Ziel ist es, uns selbst abzuschaffen, weil behinderte Künstler selbstverständlich integriert sind.“

Webseite: www.grenzenlos-kultur.de

Das Festival findet dieses Jahr zum 19. Mal statt. (Foto: Grenzenlos Kultur)

Das Festival findet dieses Jahr zum 19. Mal statt. (Foto: Grenzenlos Kultur)

(dpa/lrs)

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