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Was Experten (nicht nur Mehmet Scholl) als Vorbeugung gegen chronische Wunden empfehlen

Wundliegen & Co. sind eine heikle Sache. Bis zu fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden darunter. Und wegen der steigenden Zahl Älterer werden derartige Krankheitsfälle zunehmen.

Dr. Dr. med. M. Ghahremani (Pressefoto)

Dr. Dr. med. M. Ghahremani (Pressefoto)

Angesichts der wachsenden Zahl älterer Menschen wird es immer mehr chronische Wunden geben – hervorgerufen etwa durch Durchblutungsstörungen und Bettlägerigkeit. Chefarzt Mostafa Ghahremani von den Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg rät zum rechtzeitigen Gegensteuern: Weniger Fett, mehr Bewegung und die Durchblutung fördern.

„Drei bis fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden unter chronischen Wunden“, sagte der 52-Jährige im südhessischen Groß-Umstadt der Nachrichtenagentur dpa. „Jedes Jahr kommen rund 650.000 Fälle dazu.“ Die bekannteste chronische Wunde ist das Wundliegen.

ROLLINGPLANET fügt an: Der öffentlichste Patient war bekanntlich Mario Gomez,und der Dekubitus-Experte Nummer eins ist Mehmet Scholl, der seinen Patienten gerne einmal gewendet hätte.

“Mobil bleiben ist das A und O“

Ghahremani, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, empfiehlt: „Fünfmal am Tag vormittags und fünfmal nachmittags auf die Zehenspitzen steigen. Man muss nicht vier Stunden im Fitness-Studio verbringen. Mobil bleiben ist das A und O. Alles, was der gesunden Lebensweise dient, beugt einer chronischen Wunde vor und hilft bei ihrer Bekämpfung.“ So ähnlich hat es Mehmet Scholl ja schon formuliert, als er Gomez mehr Bewegung anriet.

Von solchen Wunden besonders betroffen sind indes im wirklichen Leben nicht Fußballer, sondern Diabetiker und Patienten mit Gefäßkrankheiten, ein Risiko sind auch krankhafte Arterien-Verengungen, die sogenannte Schaufensterkrankheit. Ebenfalls gefährdet sind Raucher. Am Standort Groß-Umstadt der Kreiskliniken mit seinen 300 Betten sind chronische Wunden ein Schwerpunkt. An der Klinik war an diesem Samstag ein Symposium dazu geplant, rund 70 Teilnehmer wurden erwartet.

Drei Milliarden Euro Kosten pro Jahr

Die medizinische Herausforderung sei auch eng an die demografische Entwicklung gekoppelt, sagte Ghahremani. „Chronische Wunden sind eine Schattenseite unseres Älterwerdens. Bettlägerig sein ist da der Anfang.“

Die Behandlung sei aufwendig – und teuer. Bei einem schweren Druckgeschwür müssten für die Behandlung bis zu 15.000 Euro veranschlagt werden, fügt er hinzu. Wenn von den jährlich neu hinzukommenden chronischen Wunden knapp ein Drittel schwere Fälle wären, „geht man dann von Zahlen aus von bis zu drei Milliarden Euro.“

(dpa)

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