""

Was ist Wachkoma?

Weitere Fakten zu diesem Thema: Fachbegriff, Ursachen, Statistiken, Hilfe für Angehörige.

Spektakulärer Fall aus Belgien, der Schlagzeilen machte: Rom Houben (Mitte) – hier mit seiner Sprachtherapeutin Linda Wouters (links) und seiner Mutter  Josephine Nicolaas Houben (rechts) – lag 23 Jahre im Wachkoma, ehe ein Arzt entdeckte, dass sein Gehirn noch funktioniert.  (Archivfoto 2009, dpa)

Spektakulärer Fall aus Belgien, der Schlagzeilen machte: Rom Houben (Mitte) – hier mit seiner Sprachtherapeutin Linda Wouters (links) und seiner Mutter Josephine Nicolaas Houben (rechts) – lag 23 Jahre im Wachkoma, ehe ein Arzt entdeckte, dass sein Gehirn noch funktioniert. (Archivfoto 2009, dpa)

Vor zwei Tagen haben wir über einen möglichen Meilenstein in der Wachkoma-Medizin berichtet. Mit einem Trick soll herausgefunden werden, ob Patienten noch eine Hirnaktivität haben – indem man ihnen unsinnige Sätze vorspricht: Paul trinkt seinen Kaffee mit Zucker und Socken. Heute weitere Fakten zu dem Thema.

Der Fachbegriff

Das apallische Syndrom – auch Wachkoma genannt – ist ein Krankheitsbild, das durch schwere Schädigungen des Gehirns hervorgerufen wird.

Die Ursachen

Ursachen sind etwa Verkehrsunfälle, Hirnblutungen, Schlaganfälle, Infektionen des Gehirns oder Sauerstoffmangel durch eine Reanimation.

In welchem Zustand sind Patienten?

Die Patienten haben zwar die Augen offen, fixieren damit aber keinen Gegenstand und reagieren auch nicht mit Sprache oder Bewegungen auf äußere Einflüsse.

Wie viele Wachkoma-Patienten gibt es?

Angaben zur Zahl der Betroffenen sind kaum zu bekommen: Nach Auskunft des Bundesgesundheitsministeriums führen weder das Ministerium noch das Statistische Bundesamt eine Statistik dazu.
Die Deutsche Wachkoma Gesellschaft schätzt die Zahl der Wachkoma-Patienten auf derzeit 14 000. Darunter sind auch Patienten, die später wieder erwachen oder sterben.

Warum gibt es immer mehr Wachkoma-Patienten?

Jährlich fallen rund 5000 Menschen in ein Wachkoma, Tendenz steigend. Dies führt der Bundesvorsitzende Armin Nentwig der Wachkoma-Gesellschaft vor allem darauf zurück, dass Kranke und Verletzte in Notfällen zwar durch Wiederbelebung immer öfter vor dem Tod gerettet würden. Infolge des entstandenen Sauerstoffmangels fallen sie jedoch in ein Wachkoma.

Wo bekommen Angehörige Hilfe?

Die Deutsche Wachkoma-Gesellschaft „Schädel-Hirnpatienten in Not“ setzt sich seit mehr als 20 Jahren für die Verbesserung der Situation von Wachkoma-Patienten ein. Der Vorsitzende Nentwig hatte einen Sohn, der 1988 nach einem Skiunfall ins Wachkoma fiel und sechs Monate später starb. Webseite: http://www.schaedel-hirnpatienten.de

(RP/dpa)

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

KOMMENTAR SCHREIBEN