Was machen eigentlich die neuen InklusionsbotschafterInnen?

Sie mischen sich für Menschen mit Behinderung ein – Koordinator Ottmar Miles-Paul erklärt die Ziele des auf fünf Jahre angelegten Modellprojektes.

Ottmar Miles-Paul (Foto: Miles-Paul/dpa)

Ottmar Miles-Paul (Foto: Miles-Paul/dpa)

Vom Eintreten für eine inklusive Schule, über den Aufbau einer Taschengeldbörse, bis zu Informationsveranstaltungen zum Thema Autismus oder Multiple Sklerose reichen die Aktivitäten der InklusionsbotschafterInnen. 40 Menschen mit ganz unterschiedlichen Behinderungen engagieren sich im Rahmen eines von der Aktion Mensch geförderten Modellprojektes in verschiedenen Regionen Deutschlands dafür, dass nicht nur über Inklusion geredet, sondern konkret etwas im Sinne der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen verändert wird.

Der Behindertenverband Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL), der das Modellprojekt koordiniert, hat die InklusionsbotschafterInnen aus verschiedenen Verbänden und Zusammenhängen ausgewählt, um die Sichtweise behinderter Menschen im Veränderungsprozess zur Inklusion zu stärken (siehe auch ROLLINGPLANET-Bericht: InklusionsbotschafterInnen gesucht). Anhand ihrer eigenen Erfahrungen und guter Beispiele zeigen sie auf, wie die UN-Behindertenrechtskonvention umgesetzt und damit die Inklusion vorangetrieben werden kann. Sie wirken an der Entwicklung von Aktionsplänen mit, setzen sich für die nötigen Gesetzesänderungen ein oder beraten in Inklusionsfragen.

„Eine auf Vielfalt ausgerichtete Gesellschaft“

„So vielfältig die Herausforderungen auf dem Weg zur Inklusion sind, so vielfältig sind auch die InklusionsbotschafterInnen. Mit ihren Aktivitäten tragen sie zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention vor Ort und damit für ein gemeinsames Lernen, Wohnen, Arbeiten und Leben mitten in der Gesellschaft bei. Damit leisten sie eine wichtige Aufklärungsarbeit auf dem Weg zur Inklusion“, erklärte Ottmar Miles-Paul, der das auf fünf Jahre angelegte Modellprojekt koordiniert.

„Gemeinsam haben all diese Aktivitäten, dass sie von Menschen mit Behinderungen selbst durchgeführt bzw. angeschoben werden. Denn wenn Inklusion wirklich gelingen soll, dann geht dies nur, wenn Menschen mit Behinderungen selbst dabei eine zentrale Rolle spielen“, so das Resümee von Miles-Paul nach dem Start der vielfältigen Aktivitäten der InklusionsbotschafterInnen.

Neben der Durchführung von Veranstaltungen zur Vernetzung und Schulung erhalten die InklusionsbotschafterInnen auch kleine Stipendien als Aufwandsentschädigung für ihre vielfältigen Aktivitäten. „Denn viel zu häufig wird das Engagement behinderter Menschen für eine vielfältige Gesellschaft viel zu wenig gewürdigt und honoriert. In diesem Projekt zeigen die InklusionsbotschafterInnen konkret auf, was behinderte Menschen zu einer auf Vielfalt ausgerichteten Gesellschaft beitragen“, so Ottmar Miles-Paul von der ISL.

Die Aktivitäten der InklusionsbotschafterInnen werden auf der folgenden Internetseite dokumentiert: InklusionsbotschafterInnen mischen sich ein
(RP/PM)

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