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Was Sie schon immer über taubblinde und hörgeschädigte Menschen wissen wollten

Die Schriftstellerin Helen Keller ist eine in Amerika berühmte Taubblinde

In 18 Monaten werden Sie es erfahren: Das nordrhein-westfälische Sozialministerium hat ein eigenen Aussage zufolge bundesweit einmaliges wissenschaftliches Gutachten in Auftrag gegeben. Ein Forscherteam der Universität zu Köln soll Fakten sammeln.

„Wir wissen insbesondere zu wenig über die Situation von Menschen, die gleichzeitig taub und blind und damit von der Kommunikation mit Anderen weitgehend ausgeschlossen sind. Wie schwierig ihr Alltag ist, können wir uns kaum vorstellen. Dazu soll uns das Gutachten neue Erkenntnisse bringen. Außerdem wollen wir die Lebenssituation von gehörlosen und schwerhörigen Menschen beleuchten“, sagte Minister Guntram Schneider heute in Düsseldorf zum Start der auf 18 Monate angelegten Studie.

Minister erwartet konkrete Verbesserungsvorschläge

Zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention auch für taubblinde, gehörlose und schwerhörige Menschen fehlten fundierte Daten und Fakten, so Schneider weiter. Die Studie solle erstmals eine qualifizierte Datensammlung und eine repräsentative Befragung der betroffenen Menschen liefern. Darüber hinaus erwartet der Minister auch konkrete Verbesserungsvorschläge und Handlungsempfehlungen für die Politik.

Auftragnehmer sind Prof. Thomas Kaul und Prof. Mathilde Niehaus von der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln. Sie haben bereits große Erfahrungen im Zusammenhang mit hörgeschädigten Menschen. Nordrhein-Westfalen betritt mit dieser Studie bundesweit Neuland. Weder in den anderen Bundesländern noch beim Bund wurde bisher ein vergleichbares Gutachten in Angriff genommen.

In Nordrhein-Westfalen leben schätzungsweise 600 bis 800 taubblinde und rund 60.000 gehörlose oder schwerhörige Menschen.

Über Helen Keller

ROLLINGPLANET nutzt diese Gelegenheit, kurz eine bemerkenswerte Frau vorzustellen.

Helen Keller wurde am 27. Juni 1880 in Tuscumbia, Alabama, geboren und starb am 1. Juni 1968 in Easton, Connecticut. Sie wurde in ihrem zweiten Lebensjahr taubblind.

Ihre Schriftstellerkarriere wäre nicht möglich gewesen ohne die damals 21-jährige Lehrerin Anne Sullivan Macy 1887, dere sie im März 1887 begegnete. Anne Sullivan hatte im Perkins-Institut mit Laura Bridgman zusammengelebt, der ersten Taubblinden, die sich mittels eines erlernten Fingeralphabetes gegenüber Hörenden und Sehenden sprachlich ausdrücken konnte. Diese Methode brachte Sullivan ihrer neuen Schülerin bei.

Keller konnte lautliche Äußerungen von anderen Menschen, die weder das Fingeralphabet, noch die Brailleschrift beherrschten, durch Abtasten der Lippenbewegungen verstehen.

Sie stand im Mittelpunkt eines Plagiatskandals, als sie möglicherweise unwissentlich eine ihr zuvor vorgelesene Geschichte fast wörtlich als die ihre eigene niederschrieb.

Später hielt sie Vorträge, setzte sich für die Rechte Unterdrückter ein – unter anderem für die Rechte der Schwarzen, womit sie ihre gesamte Familie gegen sich aufbrachte – und schrieb mehrere Bücher.

Helen Kellers bewegtes Leben wurde mehrfach verfilmt.

Quelle und Copyright Foto: Wikipedia/Dieses image ist unter der digitalen ID cph.3b26070 in der Abteilung für Drucke und Fotografien der US-amerikanischen Library of Congress abrufbar.

Zum Themenschwerpunkt Blinde und sehbehinderte Menschen
Zum Themenschwerpunkt Gehörlose Menschen

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