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Was sind IGeL? Wann muss ich selbst zahlen?

Soeben hat ROLLINGPLANET über Ärzte berichtet, die zu Verkaufsmonstern werden, wenn es um IGeL geht. Hier erklären wir, welche Leistungen die Krankenkasse nicht übernimmt.

Zwei niedliche Igel-Figuren im Garten

Der IGeL-Report von ROLLINGPLANET (Foto: Sonja Kresmann/pixelio.de)

Gesetzlich Versicherte erhalten nicht jede ärztliche Behandlung auf Krankenschein. Wer Leistungen in Anspruch nimmt, die nicht im Kassenkatalog aufgeführt sind, muss sie selber zahlen. Die Rede ist von „Individuellen Gesundheitsleistungen“, kurz IGeL. Ärzte raten häufig zu solchen IGeL-Behandlungen: Die können sie anschließend den Patienten gesondert in Rechnung stellen.

Zahnreinigungen beispielsweise sind ein einträgliches Geschäft für Zahnärzte: 57 Prozent der Praxen verlangen mehr als 75 Euro, was einem Verbraucherportal zufolge Wucher bedeutet (ROLLINGPLANET berichtete: Zahnreinigung: Über ein Drittel der Zahnärzte “zockt” ab).

Nach Angaben der Krankenkassen zählen Glaukom-Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt und Ultraschalluntersuchungen zur Krebsfrüherkennung beim Frauenarzt zu den am häufigsten angebotenen IGeL, für die Patienten selbst aufkommen müssen – obwohl hier erhebliche gesundheitliche Folgen und damit auch Folgekosten für die Krankenkassen verhindert werden können.

Auch Verfahren der Alternativmedizin zu „ganzheitlicher“ Behandlung gehören dazu. Nach dem Gesetz haben Versicherte einen Anspruch auf notwendige Behandlungen. Dazu zählen IGeL aber nicht.

Medizin-Check für Hobbys muss man selbst bezahlen

Unproblematisch ist die Entscheidung immer dann, wenn Patienten von sich aus medizinische Leistungen in Anspruch nehmen, die von den Kassen nicht bezahlt werden: Etwa Tauglichkeitsuntersuchungen fürs Fallschirmspringen oder Tauchen. Da es sich dabei um Hobbys handelt und die Untersuchung für den Erhalt der Gesundheit nicht notwendig ist, sind die Kosten für den Medizin-Check selbst zu tragen.

Schlägt dagegen der behandelnde Arzt eine IGeL-Behandlung vor, kann der Patient selten beurteilen, ob dies zweckmäßig und medizinisch notwendig ist. Wer sich nicht allein auf die Empfehlung des Arztes verlassen will, sollte einen zweiten Mediziner befragen oder sich in Internet-Portalen von Krankenkassen informieren.

Ein solches bietet zum Beispiel der Kassen-Spitzenverband an, und zwar unter dem Namen „IGeL-Monitor“ (Webseite: www.igel-monitor.de/). Einen Patientenratgeber mit dem Titel „Selbst zahlen?“ (www.kbv.de) gibt es auch von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung.

(dpa)

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