""

Was tun mit einem Menschen mit Demenz? Nur Händchen halten reicht nicht

(Foto: Günter Havlena/pixelio.de)

Eine neue Broschüre der Deutschen Alzheimer Gesellschaft gibt Anregungen für die Alltagsgestaltung für Menschen mit Demenz, die zu Hause leben und von Angehörigen betreut werden. Das sind zwei Drittel der etwa 1,2 Millionen Demenzkranken in Deutschland.

Vielen Demenzkranken fällt es schwer, sich selbst zu beschäftigen. Auch Angehörige haben Schwierigkeiten, die gemeinsamen Aktivitäten den veränderten Fähigkeiten anzupassen. Dann können Langeweile und Apathie auftreten, oder auch Unzufriedenheit und Unruhe. Hier helfen Impulse von außen, die Körper und Geist anregen, die vorhandenen Fähigkeiten erhalten und Spaß machen. Hierzu gibt die Broschüre vielfältige Anregungen.

Dazu sagte Heike von Lützau-Hohlbein, die erste Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft: „Mit der Broschüre möchten wir zu gemeinsamen Aktivitäten anregen, die Freude bereiten und aktivieren, ohne dass es zu Stress und Leistungsdruck kommt. Diese Anregungen kommen aus der Praxis, von Angehörigen, Ehrenamtlichen und Profis, die große Erfahrungen bei der Begleitung Demenzkranker haben“.

Erinnerungsreisen oder reale Reisen

Je nach Möglichkeiten und Interessen können Angehörige und Erkrankte vielerlei rund um Haus und Garten tun, auf „Erinnerungsreisen“ oder reale Reisen gehen, Musik und Kultur genießen, gemeinsam ein Spielchen machen, alte Hobbys pflegen oder inneren Frieden in der Religion und Spiritualität finden. Stets gilt es die Tätigkeiten so zu gestalten, dass Menschen mit Demenz weder über- noch unterfordert werden. Wichtig auch, dass Angehörige sich nicht überfordern, indem sie pausenlos Freizeitaktivitäten organisieren.

Die Broschüre wendet sich an Angehörige, die Menschen mit Demenz zu Hause betreuen und pflegen, sowie Freunde, Bekannte und Ehrenamtliche, die dabei unterstützen.

Die Broschüre

Deutsche Alzheimer Gesellschaft: Miteinander aktiv. Alltagsgestaltung und Beschäftigungen für Menschen mit Demenz. Praxisreihe der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, Band 12, 1. Auflage 2012, 88 Seiten, 4 Euro.

Bestelladresse:
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.
Selbsthilfe Demenz
Friedrichstraße 236
10969 Berlin
Tel. 030 / 259 37 95 – 0
Fax: 030 / 259 37 95-29
[email protected]
www.deutsche-alzheimer.de

Zum Themenschwerpunkt Alzheimer/Demenz
Zum Themenschwerpunkt Pflege und Hilfe

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

1 Kommentar

  • Maria

    Hallo Zusammen,

    ist stimme den Aussagen leider Gottes zu.
    Demenz ist immer noch, wie einst eine Alkoholiker Erkrankung und ähnliche Lebensgeschichten mit Scham und Hilflosigkeit verbunden. Mir scheint, dass der betroffene Mensch und sein familiäres Umfeld sehr viel Aufforderung braucht um sich zu outen. Zumal die Erwähnung von Demenz erst mal einen kurzen Intervall an Sprachlosigkeit auslöst.
    Ich frage mich ob unsere Gesellschaft, die den sogenannten Geist frönt, tatsächlich viel Anlauf braucht um sich mit Fakten auseinander zu setzen.

    Denn in 30 Jahren, werden wir eine Vielzahl an Demenz erkrankten Menschen in unserer Mitte haben. Vorstellbar wäre auch, dass diese Menschen, ständig ihr Handy suchen, oder unruhig auf und ab gehen wenn sie nicht ihr Handy betätigen können.

    Ich finde das Thema Demenz, muss von allen Generationen sachlich und mitfühlend thematisiert werden.

    So wie Aids, Missbrauch usw.
    Erst dann, werden auch Familienmitglieder den Mut aufbringen die notwendige Hilfeleistungen an zu nehmen, und auch besser für sich selbst auch sorgen können. Denn meistens übernehmen sie sich, und somit können sie ihren dementen Angehörigen auch nicht mehr die notwendige Unterstützung zukommen lassen.

    Liebe Grüße

    Maria Abadia

    27. März 2013 at 10:59

KOMMENTAR SCHREIBEN