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Was wird jetzt aus dem Behindertenbeauftragten der Bundesregierung?

Hubert Hüppe (CDU) verliert hauchdünn seinen Kampf um ein Direktmandat.

Hubert Hüppe (CDU) im Deutschen Bundestag (Foto: Hüppe)

Hubert Hüppe (CDU) im Deutschen Bundestag (Foto: Hüppe)

Hubert Hüppe (CDU), Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, hat in seinem Wahlkreis 144/Unna 1 in Nordrhein-Westfalen knapp verloren. Als Direktkandidat für den Bundestag zog er mit 40,57 Prozent hauchdünn den Kürzeren gegen den SPD-Kandidaten Oliver Kaczmarek (41,86 Prozent).

Ob Hüppe dennoch über die Landesliste der CDU (hier ist er auf Platz 19) ins Parlament zieht, ist zum jetzigen Zeitpunkt (22 Uhr) noch ungewiss, bevor nicht alle Wahlkreise ausgezählt sind.

Kann der 56-Jährige nun noch Behindertenbeauftragter bleiben? Ja – jetzt erst recht (volle Konzentration auf eine Aufgabe, die kein Nebenjob ist). Ja – wenn er überhaupt noch will (Vertraute berichten hinter vorgehaltener Hand, dass er frustriert ist über parteiinterne Angriffe von Gegnern der Inklusion).

Lob von vielen Seiten

Hüppe, Vater von drei Kindern – davon ein behinderter Sohn –, bekleidet das Amt des Behindertenbeauftragten seit Dezember 2009 und hat dafür auch Lob von Menschen mit Behinderung erhalten, die seiner Partei nicht nahestehen.

Der Diplom-Verwaltungswirt trat seine Arbeit an, als er kein Bundestagsabgeordneter war. Sein Einsatz seither ist ebenso engagiert wie mutig. Dies zeigt unter anderem sein zwar erfolgloser, aber vehementer Einsatz gegen den Bluttest der Firma Lifecodexx, mit dem sich das Down-Syndrom bei nicht geborenen Kinder feststellen lässt („Das ist Selektion“). Inklusion nimmt er ernst wie kaum ein anderer Politiker. Am Sonntag hat sich leider gezeigt: Mit solchen Referenzen gewinnt man keine Wahl.

Hüppe war von 1991 bis 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages, um erst im vergangenen Jahr nach dem Tod des Abgeordneten Jürgen Herrmann als Nachrücker zurückzukehren.

Seinen nächsten Auftritt in der Behindertenszene wird Hüppe bereits in wenigen Tagen haben: Bei der Rehacare (25.-28.9.) in Düsseldorf.

(RP)


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3 Kommentare

  • Ingrid Gerber

    Wir brauchen Hubert Hüppe weiterhin!!! Unbedingt!!! Er hat Mut und ist entschlossen – und er ist an Authentizität nicht zu überbieten. Inklusion ist seine Aufgabe!!!

    22. September 2013 at 23:18
  • Andrea Bröker

    Und ein netter Mensch ist er auch noch.

    23. September 2013 at 09:41
  • Stefan Schenck

    Hubert Hüppe zieht wieder in den Bundestag ein – und bleibt daher hoffentlich der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung. Er hat einen guten Job gemacht – und er sollte ihn fortführen – allen Inklusionsgegnern in der CDU zum Trotz.

    23. September 2013 at 12:06

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