Wau: Rollifahrer verbringt unfreiwillig Nacht im Wald

Tabulos wie immer fragt ROLLINGPLANET kritisch nach: Kann man sich denn heutzutage nicht mal mehr auf seine Hunde verlassen?

Gesellschaftlich sehr wichtiges Thema: Wälder verschlucken Rollstuhlfahrer (Foto: Shutterstock)

Gesellschaftlich sehr wichtiges Thema: Wälder verschlucken Rollstuhlfahrer (Foto: Shutterstock)

Im Internet gibt es so viele tolle Geschichten von Hunden, die ihre Herrchen und Frauchen vor irgendwelchen furchtbaren Dingen bewahren oder/und ihnen das Leben retten. Heute die furchtbare Wahrheit: Wuffis sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Wenn sie es denn überhaupt je einmal waren. Und überhaupt: Was tut die Politik dagegen?

Ein schwerbehinderter Mann hat sich im osthessischen Rotenburg an der Fulda mit seinem Rollstuhl auf einem Feldweg im Wald festgefahren. Der 56-Jährige musste die Nacht im Freien verbringen, ehe er am nächsten Morgen von einem Waldarbeiter entdeckt wurde, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Der Mann wurde mit einer Unterkühlung ins Krankenhaus gebracht. Die alarmierte Polizeistreife besorgte noch wichtige Medikamente in der Wohnung des Mannes und kümmerte sich zudem um zwei Hunde, die der Rollstuhlfahrer dabei hatte. „Glücklicherweise herrschten in dieser Nacht keine Frosttemperaturen“, berichtete die Polizei.

Der alleinstehende Mann war am Sonntagabend mit seinen zwei Hunden auf dem Feldweg unterwegs. Aus Unachtsamkeit kam er in einem Waldstück zu dicht an den Wegesrand und blieb im aufgeweichten Erdreich stecken. Aus eigener Kraft konnte er sich nicht mehr befreien. In dem Gebiet gibt es kein Mobilfunknetz. Und die Wuffis haben auch nix getan, um ihren Besitzer zu retten! Nichts! (Und vermutlich haben sie ihren Dienst einfach deshalb nur verweigert, weil unser Kollege die Leckerlis vergessen hatte.)

Das ist Ronda. ROLLINGPLANET-Prognose für 2016: Wird niedlich, aber tatenlos zusehen, wie Lothar Epe im Wald erfriert.

Das ist Ronda. ROLLINGPLANET-Prognose für 2016: Wird niedlich, aber tatenlos zusehen, wie Lothar Epe im Wald erfriert.

Übrigens: Lothar Epe, stellvertretender Chefredakteur von ROLLINGPLANET, hat seit einer Woche eine neue Hündin. Ronda. Aus einer Pflegestelle, die sich um ehemalige spanische Strassenhunde kümmert. Wie’s so läuft? Er berichtet von den alltäglichen Problemen eines behinderten Menschen, der glaubt, Hunde lieben zu müssen: „Ich muss ihr noch beibringen, dass sie nicht immer in die Räder meines Rollstuhls rennt.“ Na, dann noch viel Spaß, Lodda!

(RP/mit Materialien von dpa/lhe)

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2 Kommentare

  • Alexandra Görner

    :O auweia ! 🙁

    16. Dezember 2015 at 16:55
  • Silvia Hartwig

    Oh naaaaaaiiiiiin …

    16. Dezember 2015 at 18:42

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