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Wau-wau zu sagen ist einfacher als Au, au

Kinder unter fünf Jahren können Kopfschmerz nicht in Worte fassen. Worauf Eltern achten sollten.

Alles eine Kopfsache (Foto:  Helene Souza/pixelio.de)

Alles eine Kopfsache (Foto: Helene Souza/pixelio.de)

Was sagt ein Kind, wenn es einen Hund sieht? „Ein Wau-Wau.“ Das Aua auszusprechen scheint schwieriger zu sein.

Kleine Kinder können es oft nicht in Worte fassen, wenn sie Kopfschmerzen haben. Erst im Alter von etwa fünf Jahren können sie einigermaßen verlässlich darüber Auskunft geben. Das erläutert Prof. Berthold Koletzko von der Stiftung Kindergesundheit in München.

Bei kleineren Kindern sollten Eltern darauf achten, ob sie die Hände an den Kopf oder vor die Augen drücken. Auch auffälliges Runzeln der Augenbrauen oder das wiederholte Zerzausen der Haare seien mögliche Anzeichen. Babys mit Kopfschmerzen seien oft reizbar, unruhig und extrem berührungsempfindlich.

Den Ursachen auf die Spur kommen

Um der Ursache auf den Grund zu gehen, empfiehlt die Stiftung zusätzlich zur gründlichen Untersuchung des Kindes und der ausführlichen Befragung der Eltern einen Kopfschmerzkalender. Eltern und Kind – sofern es schon schreiben kann – sollten vier bis sechs Wochen unabhängig von einander notieren, wann, wie stark und wie lange die Schmerzen auftreten. Außerdem sei es sinnvoll, die Begleitsymptome, etwaige Auslöser und eingenommene Arzneimittel zu vermerken.

Mögliche Kopfschmerzauslöser sind fieberhafte Krankheiten, Infektionen wie Ohren- oder Halsentzündungen, eine Gehirnerschütterung oder zu viel Sonne. Aber auch eine kaum sichtbare Sehschwäche wie Schielen könne dahinterstecken, sagt Koletzko. Auch etwaige seelische Gründe wie Stress in der Schule oder Familie dürften nicht außer Acht gelassen werden.

Um Kopfschmerzen zu vermeiden, gelten für Kinder unabhängig von der Diagnose allgemeine Empfehlungen für ein gesundes Leben. Dazu zählen unter anderem geregelte Mahlzeiten, ausgewogene Kost, ein konstanter Schlaf-Wach-Rhythmus, viel frische Luft und Bewegung sowie weniger Zeit vor dem Fernseher und dem Computer.

Progressive Muskelrelaxation empfohlen

Nützlich kann der Stiftung zufolge auch sein, wenn das Kind Entspannungstechniken wie die Progressive Muskelrelaxation (PMR) nach Jacobsen lernt.

Bei der PMR handelt es sich um ein Verfahren, bei dem durch die willentliche und bewusste An- und Entspannung bestimmter Muskelgruppen ein Zustand tiefer Entspannung des ganzen Körpers erreicht werden soll. Dabei werden nacheinander die einzelnen Muskelpartien in einer bestimmten Reihenfolge zunächst angespannt, die Muskelspannung wird kurz gehalten, und anschließend wird die Spannung gelöst.

Die Konzentration der Person wird dabei auf den Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung gerichtet und auf die Empfindungen, die mit diesen unterschiedlichen Zuständen einhergehen.

(RP/dpa)

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