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Weg mit den Sonderwelten für Menschen mit Behinderung

Monitoring-Stelle verlangt Alternativen und eine Reform des Teilhaberechtes.

Ein Bewohner des ROLLINGPLANETen (Foto: Wallpapersus)

Ein Bewohner des ROLLINGPLANETen (Foto: Wallpapersus)

Anlässlich des Internationalen Tags der Menschen mit Behinderung fordert die Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention die künftige Bundesregierung auf, die geplante Reform des Teilhaberechtes strikt an der Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung auszurichten.

Sie begrüßte zugleich, dass der selbstbestimmten Teilhabe von Menschen mit Behinderung und der Abkehr vom Fürsorgerecht im Koalitionsvertrag ein hoher Stellenwert eingeräumt worden sei. „Jetzt müssen auch Taten folgen. Das neue Teilhaberecht muss zudem zum Ziel haben, Sonderwelten für Menschen mit Behinderungen in Deutschland abzubauen und Alternativen dazu aufzubauen“, erklärte Valentin Aichele, Leiter der Monitoring-Stelle, in Berlin.

Auch die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle, Christine Lüders, hatte gestern (im Zusammenhang mit Behindertenwerkstätten) „Sonderwelten“ beklagt.

Dem Prinzip Inklusion folgen

Die bestehenden Regelungen mit „stigmatisierenden, absondernden und benachteiligenden Auswirkungen“ für Menschen mit Behinderung sollten der Monitoring-Stelle zufolge durch allgemeine, offene, dem Prinzip der Inklusion verbundene Regelungen ersetzt werden.

Aichele„Es geht um nichts weniger als um die Voraussetzungen für Inklusion zu schaffen bei gleichzeitiger Auflösung der Sonderwelten in Deutschland“, so Aichele (Foto). „Nur wenn sich die neue Bundesregierung gegen die zum Teil auch wirtschaftlichen Einzelinteressen von Einrichtungen, Trägern und Berufsgruppen stemmt, kann die Auflösung dieser anachronistischen Sonderwelten gelingen.“

Die Regierung in die Pflicht genommen

Der Menschenrechtsexperte forderte zudem, Teilhabeleistungen wie zu Ausbildung und Arbeit einkommens- und vermögensunabhängig zu gewähren. Die bisherige Regelung benachteilige Menschen mit Behinderung im Vergleich zu nichtbehinderten Menschen. „Gerade weil der Bund im Koalitionsvertrag seine Zusage über eine Finanzierungsbeteiligung erneuert hat, steht er nun in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass Menschen mit Behinderungen hier keine Benachteiligung erfahren“, betonte Aichele.

Die Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention, eingerichtet im unabhängigen Deutschen Institut für Menschenrechte in Berlin, hat gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention den Auftrag, die Rechte von Menschen mit Behinderung zu fördern und zu schützen sowie die Umsetzung der Konvention in Deutschland zu überwachen.

(PM)

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