Wegen Markus Rehm: IAAF bildet Arbeitsgruppe

Paralympics-Sieger will bei Olympia starten, darf aber nicht – kommt jetzt endlich Bewegung in den Fall?

Markus Rehm (Archivfoto: Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften am 26.07.2014 im Donaustadion in Ulm, Sven Hoppe/dpa)

Markus Rehm (Archivfoto: Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften am 26.07.2014 im Donaustadion in Ulm, Sven Hoppe/dpa)

Im Fall des unterschenkelamputierten Weitsprung-Paralympics-Siegers Markus Rehm wird der Leichtathletik-Weltverband IAAF aktiv. Dieser setzte eine Arbeitsgruppe ein, die über die Verwendung von Prothesen in Wettkämpfen von nichtbehinderten Athleten entscheiden will. In einer IAAF-Mitteilung vom Donnerstag hieß es, der Verband wolle sich explizit mit dem Weitsprung beschäftigen. Ob das eine gute Nachricht ist, weiß ROLLINGPLANET nach den bisherigen IAAF-Äußerungen allerdings nicht.

Weltrekordler Rehm kämpft um einen Doppelstart sowohl bei den Olympischen Spielen als auch den Paralympics in Rio de Janeiro. Nach den neuen IAAF-Regeln muss er aber selbst nachweisen, dass ihm seine Karbonprothese keinen Vorteil bringt. Rehm ist dazu auch bereit und strebt seit langem ein umfassendes Gutachten an. Das ist aber sehr teuer. Zuletzt hatte er eine Hinhaltetaktik des Weltverbandes beklagt und im Kampf um sein Olympia-Startrecht auch einen Gang vor ein Gericht nicht mehr ausgeschlossen (ROLLINGPLANET berichtete).

Entscheidung im Juni

Die IAAF-Arbeitsgruppe kommt erstmals am 20. April in Monaco zusammen. Zu den sieben Funktionären gehört Gerhard Janetzky, im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) zuständig für Inklusion. Eine endgültige Entscheidung will das IAAF-Council dann auf seiner nächsten Sitzung im Juni fällen.

„Unser Ziel ist es, so schnell wie möglich Klarheit in eine komplexe Frage zu bringen“, sagte der IAAF-Generalsekretär Jean Gracia, „denn Athleten wollen bei der EM in Amsterdam und den Olympischen Spielen in Rio teilnehmen.“

Rehm war 2014 bei den deutschen Meisterschaften sensationell zu Gold gesprungen (siehe Foto oben). Danach entstand eine hitzige Debatte, denn für die EM war er vom deutschen Verband nicht nominiert worden. 2015 startete er bei den deutschen Meisterschaften außerhalb der Wertung. Mit seiner Weltrekord-Marke von 8,40 Metern hätte er in Rio Chancen auf eine Olympia-Medaille.

(RP/dpa)

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