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Weibernetz schämt sich für Deutschland

Frauen in Deutschland verdienen bei gleicher Leistung 22 Prozent weniger als Männer

Frauen in Deutschland verdienen bei gleicher Leistung 22 Prozent weniger als Männer

Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März: Das Bundesnetzwerk von FrauenLesben und Mädchen mit Beeinträchtigung – Weibernetz e.V. fordert eine konsequente Gleichstellungspolitik der Bundesregierung, um Nachteilen zwischen den Geschlechtern entgegen zu wirken.

„Es ist beschämend, dass Deutschland seit Jahren immer wieder vor Augen geführt wird, im internationalen Vergleich in Sachen Chancengleichheit weit hinten zu liegen“, so Jutta Harbusch vom Vorstand des Weibernetz e.V.

Jüngstes Beispiel hierfür sei die aktuelle Untersuchung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Sie belegt, dass vollbeschäftigte Frauen in Deutschland zirka 22 Prozent weniger verdienen als Männer. Nach Aussage der OECD sei damit das Lohngefälle in Deutschland so hoch wie in keiner anderen europäischen Industrienation.

„Dennoch werden gleichstellungspolitische Instrumente wie ein durchgängiges Gender Mainstreaming für alle Ressorts oder eine Frauenquote für Aufsichtsräte nicht durchgesetzt und überprüft. Stattdessen wird auf die Selbstverpflichtung gesetzt, die jedoch weder im Bereich der Politik noch in der Wirtschaft flächendeckend wirkt. Sonst würde Deutschland nicht immer wieder so schlecht abschneiden“, so Harbusch.

Behinderte Frauen werden benachteiligt

Dass zudem behinderte Frauen in verschiedensten Lebensbereichen benachteiligt sind, zeigen die jüngsten Ergebnisse einer repräsentativen Studie zur Lebenssituation von Frauen mit Behinderung, die im Auftrag des Bundesfrauenministeriums von der Universität Bielefeld erstellt wurde. Diese belegt, dass Frauen mit Behinderung vielfach geschlechts- und behinderungsspezifische Diskriminierungen erleben und häufiger Gewalt erleben als nichtbehinderte Frauen.

„Auch die Ergebnisse dieser Studie verdeutlichen die Notwendigkeit für gleichstellungspolitische Maßnahmen und zwar einerseits ein „Disability Mainstreaming“ – also die Berücksichtigung behindertenspezifischer Bedarfe – in der Frauenpolitik und andererseits ein Gender Mainstreaming im Bereich der Behindertenpolitik. Wer sich gegen diese Instrumente wehrt, verhindert eine Politik der Chancengleichheit“ resümiert Harbusch.

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