Weil ich ein Mädchen bin…

Zum Welt-Mädchentag (“International Day of the Girl Child“) am 11. Oktober weist der Deutsche Gehörlosen-Bund e.V. darauf hin, dass gehörlose Frauen und Mädchen besonders von Gewalt betroffen sind. (ROLLINGPLANET ergänzt: Auch für sogenannte geistig Behinderte trifft das zu.)

Offizielles Day of the Girl-T-Shirt

Die UN haben den 11. Oktober zum Welt-Mädchentag erklärt. Erstmalig an diesem Tag wird damit die besondere Situation von Mädchen und jungen Frauen in den Blickpunkt gerückt.
Besonders in Entwicklungsländern erleben Mädchen oft gravierende Benachteiligung und Verfolgung allein aufgrund ihres Geschlechtes: Sie bekommen weniger oder überhaupt keine Schulbildung, müssen in einem früheren Alter arbeiten als Jungen, erdulden Genitalverstümmelung, werden zur Prostitution gezwungen, im Kindesalter verheiratet oder „im Namen der Ehre“ von Familienmitgliedern hingerichtet. In einigen Ländern werden weibliche Feten gezielt abgetrieben, weil Mädchen weniger Wert beigemessen wird.

Bereits 1979 hat die UN das Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau verabschiedet. Leider sind wir von der Umsetzung immer weit entfernt, auch wenn Artikel 3 des deutschen Grundgesetzes anderes verspricht. In diesem Paragraphen werden sowohl die Gleichberechtigung der Geschlechter als auch der Schutz gegen Diskriminierung, unter anderem wegen Behinderung, festgeschrieben.

Gehörlose Mädchen besonders betroffen

Gehörlose Frauen und Mädchen sind in besonders hohem Maße von Gewalt betroffen, auch deshalb, weil sie sich aufgrund der Kommunikationsbarrieren kaum oder nur erschwert mitteilen und zur Wehr setzen können (ROLLINGPLANET berichtete: Gehörlose Frauen besonders von sexueller Gewalt betroffen – und ein perverses Gesetz hilft den Tätern). Genauere Beschreibungen der Formen von Gewalt, Möglichkeiten zur Beratung und Gegenwehr finden Sie auf der Homepage von Frauen gegen Gewalt e. V. in Form von Videos in Deutscher Gebärdensprache.

Wie können nun Mädchen angemessen gegen Gewalt und Unterdrückung geschützt werden? Gezielte Förderung (vor allem durch Bildung) untermauert ihr Selbstwertgefühl und lässt sie zu starken, selbstbewussten Frauen heranwachsen. Dadurch können sie sich später zumindest besser gegen Gewalt und Unterdrückung zur Wehr setzen, auch wenn diese Erlebnisse dadurch nicht zwangsläufig ausgeschlossen werden können. Investitionen in die Förderung von Mädchen bedeuten nicht nur deren besseren Schutz vor Ausbeutung am Arbeitsplatz oder im Privatleben; ein höherer Bildungsgrad ermöglicht Mädchen und jungen Frauen unter anderem eine gesündere Lebensführung und bessere Zukunftsperspektiven für deren Kinder.

Nicht wegschauen

Wenn Sie konkret unterstützen möchten, können Sie z. B. die Patenschaft für ein Mädchen in einem Entwicklungsland übernehmen. Handlungsmöglichkeiten bestehen aber natürlich auch im näheren Umfeld: Sehen Sie nicht weg, wenn Sie Gewalt gegen Mädchen oder Vernachlässigung wahrnehmen! Beratung zum Beispiel im Fall von Gewalt gegen Mädchen und Frauen mit Behinderung finden Sie auf der Website der Lebenshilfe.

(Deutscher Gehörlosen-Bund e. V.)

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