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Welche Pflanzen gegen schlechtes Büroklima helfen

Wir meinen jetzt die trockene Luft, nicht die furzenden oder mobbenden Kollegen.

Papyrus (Foto: kawa)

Papyrus (Foto: kawa)

Der Drucker staubt, die Klimaanlage trocknet die Luft aus – dagegen helfen in Büroräumen Pflanzen. Sie absorbieren Schadstoffe und erhöhen nachweislich die Luftfeuchtigkeit. Schon drei größere Pflanzen in einem 30 Quadratmeter großen Zimmer bringen die Luftfeuchtigkeit auf den Idealwert von 40 bis 60 Prozent, erläutert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Berlin.

Grünlilie und Papyrus helfen

Besonders viel Feuchtigkeit gebe der Papyrus ab: Bei einer 1,50 Meter großen Pflanze verdunsten pro Tage bis zu zwei Liter Wasser. Auch Grünlilien, Zimmerlinden und Zyperngras seien empfehlenswert. Der Bundesverband Einzelhandelsgärtner in Bonn rät fürs Büro etwa zur Schmetterlingsorchidee, dem Einblatt und der Dieffenbachie.

In Hydrokultur brauchen Pflanzen in der Regel nur alle zwei bis vier Wochen Wasser, erläutert der Fachverband Raumbegrünung und Hydrokultur (FvRH) im Zentralverband Gartenbau in Bonn. Das Grün gedeiht hier statt in einem Substrat in Kugeln aus Blähton. Die Pflanze sitzt in einem speziellen Innentopf im Kübel, der seitliche Schlitze hat, durch die die Wasserversorgung gewährleistet wird.

Nicht zu viel gießen

Allerdings sollte man die Pflanzen auch nicht häufiger und zu viel gießen: Werden sie braun und stinkt die Nährlösung, ist der Wasserstand vermutlich zu hoch. Die Wurzeln bekommen keinen Sauerstoff und faulen, erläutert der Fachverband. Die Pflanzen brauchen immer erst Wasser, wenn die Anzeige bereits für ein bis zwei Tage ganz unten war. Dann sollte man auch nur gießen, bis die entsprechende Markierung erreicht ist.

(dpa/tmn)

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1 Kommentar

  • Eva Bliemeister

    Ficus Benjamini – von Reinhard Mey – Passend zum Thema:

    Der Ficus Benjamini an der schweren Eisentür
    Steht nicht aus freien Stücken dort, er kann ja nichts dafür,
    Daß du hier in dem abgeranzten Keller warten mußt.

    Freundlich erträgt er deinen Mißmut, teilt er deinen Frust.
    Mit einem bleichen, gramgebeugten Radiologen
    Ist er in grauer Vorzeit mal hier eingezogen,
    Es ist als stünde er schon immer dort, seit eh und je,
    Der Ficus Benjamini an der Tür zum MRT.
    Er ist die einz’ge Pflanze, die es in der Unterwelt
    Auf Dauer mit dem Kummer und all den Seufzern aushält.
    Das ist kein Platz für zarte Gartenrosen
    Rosen vertragen keine harten Diagnosen!
    Das kann nur ein Gewächs, das alle Schattenseiten kennt,
    Das tapfer ist und leidgeprüft und strahlungsresistent!

    Er kennt in dem tageslichtlosen Raum das Inventar,
    Den Schirmständer, die Zeitschriften, den Tisch, das Formular.
    Er kennt ihn, den Geruch der Angst, der an den Wänden klebt
    Er kennt das Schwert des Damokles, das über allem schwebt.
    Er kennt die Qual der Ungewißheit und kennt die Befunde,
    Vielleicht kennt er auch schon den Tag, vielleicht sogar die Stunde
    Er selber überlebt in ausgetrocknetem Substrat,
    Savanne, auf die es seit Jahren nicht geregnet hat.
    Nur ein paar Zigarettenkippen, hastig ausgedrückt
    Von traurigen Gelbfingern, sind das einz’ge, was ihn schmückt.
    Eine nervös verbogne Büroklammer
    In seinem Untersatz legt Zeugnis ab von all dem Jammer,
    Der ihn streift wie der Luftzug, wenn die Tür aufgeht, dann fällt
    Ein Blatt auf die speckige ADAC-Motorwelt.

    Du fragst dich, warum man dich diesmal so lang warten läßt,
    Zählst die verbliebnen Blätter in dem räudigen Geäst.
    Und irgendwie erinnert dich die magere Gestalt
    Des Ficus Benjamini ganz entfernt an einen Wald.
    Es riecht wen’ger nach Kiefer als nach Desinfektionsmittel,
    Und dann tragen die Förster hier ausnahmslos weiße Kittel.
    Und doch erinnert dich der kleine, mut’ge Baum daran,
    Daß auch auf ausgedörrtem Boden Hoffnung wachsen kann,
    Und mit seinem gerupften, demütigen Blätterkleid
    Vermag er dich zu trösten in dieser Trostlosigkeit:
    Du kommst hier wieder raus, wirst über dir den Himmel sehen,
    Über raschelndes Laub auf einem Waldweg gehen.
    Du wirst die Freiheit spürn, die Tür geht wieder auf vor dir –
    Der Ficus Benjamini aber bleibt für immer hier.

    31. Juli 2013 at 14:58

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