Welche Versicherung chronisch Kranke vor Antritt einer Reise ins Ausland haben sollten

Tipps für die richtige Police, damit etwaige Arztkosten den Urlaub nicht vermiesen.

Krankheit während der Reise? Unter Umständen sind Zuzahlungen oder Selbstbehalte im Urlaubsland üblich. (Foto: Margit Völtz /pixelio.de)

Krankheit während der Reise? Unter Umständen sind Zuzahlungen oder Selbstbehalte im Urlaubsland üblich. (Foto: Margit Völtz /pixelio.de)

Egal, ob organisierte Kreuzfahrt oder Weltreise auf eigene Faust: Dank moderner Medikamente können auch Menschen mit einer rheumatischen Erkrankung Urlaub in anderen Ländern genießen. Doch vor der Reise sollten sie sich fragen, welche Versicherung für etwaige Arztkosten im Ausland aufkommt – und mögliche Versicherungslücken schließen. Das empfiehlt die Deutsche Rheuma-Liga.

Zwar bezahlt die gesetzliche Krankenversicherung bei Reisen ins europäische Ausland für Behandlungen, die dem Standard der dortigen gesetzlichen Krankenkasse entsprechen. Doch unter Umständen sind Zuzahlungen oder Selbstbehalte im Urlaubsland üblich: So müssen gesetzlich Versicherte in Spanien beispielsweise die Hälfte der Medikamentenkosten selbst tragen. In Italien ist pro Arztbesuch eine Gebühr von bis zu 36 Euro fällig. Und bei einem Krankenhausaufenthalt in Frankreich müssen gesetzlich Versicherte mindestens 18 Euro pro Tag zuzahlen. Diese Kosten muss auch der erkrankte Urlauber aus eigener Tasche berappen. In solchen Fällen hilft eine so genannte Auslands-Krankenversicherung weiter, die meist sehr günstig zu haben ist. Diese Police deckt im Krankheitsfall in der Regel die Kosten für einen Selbstbehalt, Zuzahlungen beziehungsweise für den Rücktransport in medizinisch sinnvollen Fällen.

Wenn die Versicherung ablehnt

Allerdings kann es passieren, dass der Versicherer Gesundheitsfragen stellt – die der Versicherte natürlich wahrheitsgemäß beantworten muss. Das kann dazu führen, dass die Versicherung den Betroffenen ablehnt oder Einschränkungen für die Kostenübernahme macht. Doch in diesen Fällen gibt es einen Ausweg: „Gehen Sie mit dem Ablehnungsschreiben zu Ihrer Krankenkasse: Für Urlaubsreisen – maximal sechs Wochen pro Jahr – übernimmt diese etwaige Kosten für eine Behandlung chronischer Erkrankungen auch außerhalb der Europäischen Union“, sagte Philipp Opfermann, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale NRW, im Interview mit mobil, dem Mitgliedermagazin der Deutschen Rheuma-Liga. „Es ist sehr wichtig, diese Frage im Vorfeld zu klären.“

Weitere Tipps zum Thema Reisen mit Rheuma bietet die Deutsche Rheuma-Liga auf ihrer Homepage unter www.rheuma-liga.de/reisen oder im Faltblatt „Gute Reise“. Das Faltblatt kann kostenlos bestellt werden bei: Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V., Maximilianstr. 14, 53111 Bonn (bitte 1,45 € Rücksendeporto beilegen), Fax: 0228-7660620, E-Mail: [email protected] oder per Info-Telefon: 01804-600000 (20 Cent pro Anruf aus dem deutschen Festnetz, bei Mobiltelefon max. 42 Cent).

(RP/PM)

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4 Kommentare

  • Stefan Ingerle

    Werden chronisch kranke überhaupt noch von Versicherungen als Kunden gesehen und angenommen?

    26. Mai 2016 at 11:47
  • Olaf Berg

    Also eien normale Auslands Krankenversicherung und Rückhohlversicherung habe ich immer problemlos bekommen. Ist doch auch bei ADAS Plus mit drin. DA wird gar nbicht nach erkrankungen gefragt. die 10-20 € sollte man unbedungt abschließen.

    26. Mai 2016 at 15:31
  • Ralph von Muehldorfer

    bei Lanzeitaufenthalten in ASIEN schließe ich beim ADAC ab. Meine MS spielt heir keíne Rolle.

    26. Mai 2016 at 19:11
  • Gitte Gröger

    Als ich nach Australien bin, habe ich auch eine abgeschlossen und ich finde es nicht nur wichtig für chronisch Kranke, sondern generell sollte man da nicht sparen und eine abschließen. Gut, wenn man es nicht in Anspruch nehmen musste und super das man eine hat, falls doch was unvorhersehbares passiert 🙂

    28. Mai 2016 at 12:21

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