Wenn die Knochen morsch werden

Am 20. Oktober ist Welt-Osteoporose-Tag: Rollstuhlbasketball ist eine gute Vorbeugung und andere wichtige Fakten.

Als Knochendichtemessung, auch Osteodensitometrie oder DPX (engl. dual photon X-Ray), werden medizinisch-technische Verfahren bezeichnet, die zur Bestimmung der Dichte bzw. des Kalksalzgehaltes des Knochens dienen. (Foto: Orthopädisches Zentrum Frankfurt Süd)

Osteoporose (Knochenschwund) ist der Abbau von Knochenmasse im Alter und eine Stoffwechselerkrankung. Der Knochen verliert dadurch an Stabilität und bricht deshalb leichter. Aber auch jüngere Rollstuhlfahrer, die ihre Beine nicht belasten, sind davon betroffen.

Eine Studie der Deutschen Sporthochschule Köln aus dem Jahre 2010 schreibt: „(Es) wurde festgestellt, dass die häufige Ausübung eines vielseitigen Rollstuhlballsports wie z.B. Rollstuhlbasketball eine Prävention gegen Osteoporose bei Querschnittslähmung sein kann. Dieser Befund wurde durch unsere Interventionsuntersuchung indirekt bestätigt, dass nämlich durch das regelmäßige kraftbetonte Training in den oberen Extremitäten ein Knochendichteverlust minimiert werden und durch Langzeittraining in eine positiven Richtung geführt werden kann.“

In Deutschland ist nach Schätzungen jeder Vierte der über 50-Jährigen von Osteoporose betroffen. 80 Prozent der fast acht Millionen Erkrankten sind Frauen. Jeder zwanzigste Betroffene erleidet einmal im Jahr einen Knochenbruch. Das Kuratorium Knochengesundheit rechnet Osteoporose mit jährlichen Krankheitskosten von insgesamt 5,4 Milliarden Euro zu den teuersten Volkskrankheiten.

Untersuchung nach Knochenbruch empfohlen

Am Welt-Osteoporose-Tag (1996 in England ins Leben gerufen) mahnen Mediziner und Betroffenenverbände zu einer frühzeitigen Behandlung.

Ihre Botschaft: Menschen über 50 Jahren sollten sich nach einem Knochenbruch auf Osteoporose untersuchen lassen. Denn die Gefahr, nach einem ersten osteoporosebedingen Bruch einen zweiten zu erleiden, ist groß: Jede zweite Frau und jeder fünfte Mann sind ein weiteres Mal betroffen. Darauf weist der Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) hin.

Oft ist keine medikamentöse Behandlung nötig, die Verbesserung von Muskelkraft, Koordination und viel Bewegung sorgen bereits für eine Stärkung des Knochens.

(dpa/RP)

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