Wenn in Rheinland-Pfalz Grillen im Gras zirpen

Das Bundesland will barrierefreien Tourismus ausbauen und entsprechende Urlaubsangebote fördern und vernetzen.

Rheinland-Pfalz wirbt für seinen Wein und um Behinderte und Senioren (Foto: Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH)

Barrierefreier Tourismus ist ein einträgliches Geschäft, das zunehmend erkannt wird. Nachdem zuletzt Brandenburg seine diesbezüglichen Bestrebungen betonte (ROLLINGPLANET berichtete: Brandenburg findet sich bei barrierefreiem Tourismus Spitze), will sich nun auch Rheinland-Pfalz künftig um mehr touristische Angebote für Menschen mit Behinderung kümmern.

Ziel sei eine barrierefreie geschlossene Servicekette, die von der Information und Buchung über die Anreise, Übernachtung und Gastronomie bis zu den Sehenswürdigkeiten reiche, erklärte der rheinland-pfälzische Behindertenbeauftragte Ottmar Miles-Paul heute in Deidesheim. Das ist übrigens eine Weltstadt (Landkreis Bad Dürkheim) mit 3.692 Einwohnern.

Barrierefreier Tourismus sei nicht nur für Menschen mit Handicaps, sondern auch für die Tourismusanbieter wichtig, sagte Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne). Der Bedarf werde größer; es handele sich um einen echten Wachstumsmarkt.

Zirpende Grillen und leckerer Wein

Das Land habe daher einen Leitfaden für barrierefreien Tourismus in Rheinland-Pfalz entwickelt und werde praxisnahe Unterstützung bei der Umsetzung geben, sagte Lemke. Ziel sei die Förderung, Vernetzung und Integration barrierefreier Urlaubsangebote. Zudem werde im Internet unter www.barrierefrei.rlp-info.de über barrierefreie Betriebe und Angebote im Land informiert.

Und da waren echte Poeten am Werk: „Im Gras zirpen Grillen. Der Duft von Sommer liegt in der Luft. Und bei einem atemberaubenden Ausblick genießen Sie einen leckeren Wein aus der Pfalz, Rheinhessen oder von der Ahr. So oder so ähnlich kann man Urlaub in Rheinland-Pfalz erleben“, heißt es auf der Webseite. Welcher Behinderter wollte da noch widerstehen?

Barrierefreiheit betreffe viele Zielgruppen von Menschen mit Behinderungen über Senioren bis zu Familien mit kleinen Kindern, sagte der Geschäftsführer der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH (RPT), Achim Schloemer. Nötig seien daher viele Einzelmaßnahmen von einer einfach zu bedienenden Website über einen stufenlosen Zugang zum Hotel und in öffentlichen Einrichtungen bis hin zum Abstellplatz für Kinderwagen.

Die RPT unterstütze und begleite derzeit in Deidesheim und Bad Neuenahr-Ahrweiler den gezielten Ausbau barrierefreier Angebote. Deren Zahl solle in den kommenden Jahren steigen, kündigte Schloemer an. Zudem biete die RPT Kommunen Beratungen zum Thema Barrierefreier Tourismus an.

(dapd-rps/RP)

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