Wenn Kunst hörende und gehörlose Menschen verbindet

Die „Heidelberger Woche der Gebärdensprache“ zeigt unter anderem eine Ausstellung von Pia Becker und Rudolf Werner.

Palis Michalis / Shutterstock.com

Blick auf den Neckar und das Heidelberger Schloss (Foto: Palis Michalis/Shutterstock.com)

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Unter dem Motto „Gebärdensprache verbindet“ findet vom 31. Oktober bis zum 8. November die „Woche der Gebärdensprache“ in Heidelberg statt. Das umfangreiche Programm beinhaltet Kunst, Theater- und Filmaufführungen, Stadtführungen in Gebärdensprache und anderes mehr. Veranstalter ist der Landesverband der Gehörlosen Baden-Württemberg.

Einer der wichtigsten Beiträge zu dieser Woche ist die Kunstausstellung „Gebärdensprache verbindet“ von Pia Becker und Rudolf Werner im Bürgeramt Mitte, Bergheimer Straße 69. Sie ist barrierefrei zugänglich und ist von Montag, 2. November, bis Freitag, 6. November 2015 (Montag und Freitag von 8 bis 12 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 8 bis 16 Uhr und Mittwoch von 8 bis 17.30 Uhr) zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Kunst verbindet – egal ob hörend oder gehörlos

In der Ausstellung präsentieren die Künstlerin Pia Becker und der Künstler Rudolf Werner, die beide gehörlos sind, ihre Sicht auf die Welt. Kunst ist Sprache ohne Worte. Nonverbal vermittelt sie Ideen, Gefühle und Einstellungen. In der Ausstellung wird das Motto „Gebärdensprache verbindet“ frei interpretiert. Hier ist es die Kunst, die Menschen verbindet, unabhängig davon, ob hörend oder gehörlos.

Von Rudolf Werner sind figurative Gemälde zu sehen, die die Realität der gehörlosen Menschen aufzeigen wollen. Seine Bildthemen handeln von persönlichen Ängsten, aber auch von der Freude am Leben trotz der Behinderung. Pia Becker hat in der expressiv-abstrakten Malerei ein wichtiges Ausdrucksmittel für sich entdeckt. In dezent-erdiger Farbigkeit experimentiert sie mit verschiedenen Materialien wie Kreidepaste und Acryl, manchmal aber auch mit Naturprodukten wie Leinöl und Bio-Terpentin. Ihre Hörbehinderung wird in ihren Arbeiten nicht thematisiert, stattdessen gibt sie Einblicke in ihre Seele.

(RP/PM)

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