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Wenn Rollstuhlfahrer wandern statt davon rollen

Von wegen altmodisch: Wandern boomt – zum Deutschen Wandertag werden 50.000 Outdoor-Enthusiasten erwartet. Inzwischen gibt es auch spezielle barrierefreie Angebote.

Wandern im Uttewalder Grund. (Foto: TMGS Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen)

Für den Wanderer ist der Weg das Ziel: Er liebt die Begegnung mit der Natur. „Wandern boomt und ist keine Frage des Alters“, sagte der Präsident des Deutschen Wanderverbandes, Hans-Ulrich Rauchfuß, heute zum Auftakt des Deutschen Wandertages (20.-25. Juni) im brandenburgischen Bad Belzig. Immer mehr junge Leute entschieden sich für diese Outdoor Aktivität und fänden sie alles andere als altmodisch.

Bis kommenden Montag werden rund 50 000 Wanderer aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland im Fläming erwartet. 1300 Veranstaltungen wurden im Dreieck zwischen Berlin, Magdeburg und Leipzig, zwischen Elbe, Havel und Spree organisiert. Knapp 200 Wanderführer wollen ihren Gästen bei Touren die landschaftlichen Schönheiten und Sehenswürdigkeiten rechts und links des Weges nahebringen.

Rauchfuß betonte, dass der Wandertourismus sich immer mehr zu einer Wirtschaftskraft entwickle. Wanderer geben auf ihren Touren im Jahr rund 7,5 Milliarden Euro aus: für Kleidung, Tickets, Wanderkarten, Ausrüstung und natürlich Verpflegung.

Viele Ehrenamtliche ermöglichen den Boom

„Ohne das Engagement von Ehrenamtlichen wäre der boomende Wandertourismus aber nicht möglich“, sagte er. Jedes Jahr leisteten sie in den Vereinen rund 2,3 Millionen Arbeitsstunden. Von den bundesweit rund 300.000 Kilometern Wanderwegen stehen zwei Drittel unter Obhut von Vereinen, die sie pflegen und markieren. „Diese Bemühungen müssen in der Öffentlichkeit mehr anerkannt und auch bemerkt werden“, forderte Rauchfuß.

Beim jährlichen Top-Event der Deutschen Wanderer stehen geführte Wanderungen und Nordic-Walking-Touren auf dem Programm. Aber auch für Radler, Skater und Rollstuhlfahrer ist etwas dabei. In der Region sind Dorffeste geplant, außerdem laden Museen, Parks und andere Sehenswürdigkeiten zum Verweilen ein. Der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Fläming, Traugott Heinemann-Grüder, hofft, dass Urlauber und Touristen auch nach dem Großereignis wiederkommen. „Ein Besuch reicht nicht aus“, sagte er. Dafür gebe es im Fläming zu viel zu sehen und zu erleben.

(Gudrun Janicke/dpa)

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