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Wenn’s zum Dachdecker nicht reicht, wirst Du Unternehmensberater

Rollifahrer und Aktivist Raúl Krauthausen will künftig verstärkt Medien und Unternehmen beraten.

Raúl Krauthausen (Foto: Andi Weiland)

Raúl Krauthausen (Foto: Andi Weiland)

Zum Dachdecker hat es bei Raúl Krauthausen glücklicherweise nicht geklappt (zu klein, zu behindert, zu sehr interessiert an anderen Dingen). „Dachdecker wollte ich eh nicht werden: Das Leben aus der Rollstuhlperspektive“ heißt denn auch sein Buch, das Anfang des Jahres bei rowohlt erschien. „Je älter ich wurde, desto mehr interessierte ich mich für Politik und Medien. Also studierte ich irgendwann in diese Richtung und begann auch meine ersten Berufserfahrungen in der Medienwelt“.

Als Sozialheld, Wheelmap-Erfinder und Mitinitiator von Leidmedien ist Krauthausen, der 1980 mit Osteogenesis Imperfecta auf die Welt kam, nicht nur in unserer Szene ein Begriff. Der „Glasknochenbesitzer“ („Für mich bedeuten meine Knochen keine Krankheit, die wie ein Dämon über mir liegt. Nein, sie sind ein Teil von mir. Und ich besitze Glasknochen, genauso, wie ich grüne Augen besitze“) ist ausgebildeter Telefonseelsorger, studierter Kommunikationswirt und Design Thinker.

Job bei der REHAB 2015

Die Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH hat heute bekannt gegeben, dass sie Krauthausen als Moderator für die Eröffnungsfeier der REHAB 2015 (23.–25. April) verpflichtet hat. Der Aktivist gesteht: „Ich war lange nicht mehr auf einer Reha-Messe. Da würde ich gern mal wieder rüber schlendern. Was ich gerne sehe, sind praktische Dinge die auch attraktiv sind. Die Rehamittel-Hersteller müssen einen Perspektivwechsel machen. Weg von der ,Versorgermentalität‘ hin zum „Lifestyle-Produkt“-Hersteller. Wie bei Mountainbikes.“

Bei dieser Gelegenheit erklärt Krauthausen: „Ich wünsche mir, dass wir Themen wie ,behindert sein‘ und ,behindert werden‘ als gesamtgesellschaftlich relevant sehen. Wir alle werden früher oder später einmal eine Behinderung haben/behindert werden. Da geht es nicht um eine Minderheit, sondern um alle!

Ich denke, dass die Politik strengere Gesetze erlassen sollte. Die Beschäftigungsquote von behinderten Menschen sollte strenger sein. Die Strafabgaben für Unternehmen höher, bei Nichteinhaltung. Auch ein Antidiskriminierungsgesetz sollte her. Es darf zum Beispiel nicht sein, dass viele Menschen mit Behinderung aufgrund von baulichen- oder brandschutztechnischen Gründen beim Betreten von Gebäuden ausgeschlossen werden.“

Krauthausen kündigt zudem an: „Ich werde mich zunehmend für das Thema Inklusion einsetzen. Nicht nur als Aktivist, auch als Berater für Medien und Unternehmen, die merken, dass das Thema auch für sie relevant und interessant sein kann.“

(RP/PM)

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2 Kommentare

  • Mrhansa CG

    Nokia 301 hat noch herkömliche Tasten und hat Whats App und Facebook ( allerdings in einer abgespeckten Version dafür kein Massenger ) Nachtel der Nokia Store is für die Katz. und es arbeitet mit Betriebssystem Series 40. (Support ist am auslaufen) Also kann man nur mir vorinstalierten Apps arbeiten Mehr Infos https://www.microsoft.com/de-de/mobile/smartphone-handy/301-dual-sim/technische-daten/

    3. Dezember 2014 at 15:06
  • Falko

    Ich bin Dachdecker geworden und es ist das beste, was mir hätte passieren können. Aber am Ende ist eben jeder Mensch anders, und wie schon angesprochen, hat es bei ihm zum Glück eben nicht zum Dachdecker gereicht, sondern er hat die Chance genutzt, um Consultant zu werden.

    9. Februar 2015 at 11:16

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