""

Wer hat die „Glitzernde Krücke“ verdient?

Die behindert und verrückt feiern Pride Parade Berlin ruft – etwas kurzfristig – zu Vorschlägen auf.

(Illustration: behindert und verrückt feiern Pride Parade Berlin)

(Illustration: behindert und verrückt feiern Pride Parade Berlin)

Die Vorbereitungen für die diesjährige behindert und verückt feiern Pride Parade Berlin am 12. Juli (Hermannplatz, ab 15 Uhr) laufen auf Hochtouren, wie es heute in einer Mitteilung heißt. Ein Bündnis aus Berliner behindertenpolitischen, psychiatriekritischen und feministischen Gruppen ruft erneut zu dieser Veranstaltung auf, die 2013 Premiere hatte.

Höhepunkt der Abschlusskundgebung soll die Verleihung der „Glitzerkrücke“ werden. Diese Trophäe ist vorgesehen für Vereine, Unternehmen oder Institutionen, die sich besonders verdient gemacht haben um die Auseinandersetzung mit Behinderung. Die Veranstalter fragen ironisch:

• Wem ist es besonders zu verdanken, dass ruhige, rechtschaffende Bürger/innen nicht von Behinderten und Verrückten gestört werden (sei es in der Nachbarschaft, Verkehrsmitteln oder Freizeitorten)?

• Wer hat besondere wirtschaftliche Errungenschaften durch den geschickten Einsatz behinderten Humankapitals erzielt?

• Wo finden Behinderte, chronisch oder „psychisch Kranke“ trotz ihres schweren Schicksals besondere Erwähnung? Wo werden diese Helden des Mitleids hervorgehoben? Welche Werbung war so speziell, dass ihr sie nicht mehr vergessen könnt?

Vorschläge können bis zum 6. Juli eingereicht werden per E-Mail an [email protected] oder als Kommentar unter dem entsprechenden Beitrag auf der Paraden-Facebookseite.

Die Pride Parade schließt mit ihrer Aktion an eine Tradition der Behindertenbewegung an, wie die Organisatoren erklären. Im Jahr 1978 wurde zum ersten Mal die „Goldene Krücke“ verliehen. Damaliger Preisträger war der HUK-Verband für eine Werbung mit dem Slogan: „Verkrüppelt für den Rest des Lebens…ist ein schlimmer Tod!“

Initiator des symbolischen Protests war damals ein Volkshochschulkurs um Gusti Steiner und Ernst Klee, zwei Aktivsten der Behindertenbewegung. Mit der Verleihung 1980 fand diese Idee vorerst ein Ende.

(RP/PM)

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

KOMMENTAR SCHREIBEN