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WfbM-Fachmitarbeiter fordern auf 7.500 Postkarten mehr Lohn

Behindertenwerkstätten in Sachsen-Anhalt wollen eine Finanzierungsvereinbarung.

Post für Norbert Bischoff (Partei und Foto: SPD)

Post für Norbert Bischoff (Partei und Foto: SPD)

Die Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) in Sachsen-Anhalt haben Sozialminister Norbert Bischoff (SPD) am Freitag am Rande der Sitzung des Landtags in Magdeburg rund 7500 Postkarten übergeben. Lesen muss er eigentlich nur eine davon, denn der Text ist überall derselbe: Bischoff wird aufgefordert, sich dafür einzusetzen, „dass die Einrichtungen und Dienste der Eingliederungshilfe in Sachsen-Anhalt kostendeckende Entgelte erhalten, um die gesetzlichen Aufgaben erfüllen zu können“.

Es handelt sich dabei um eine gemeinsame Aktion der Lebenshilfe, Caritas, Diakonie und DRK, die in dem Bundesland 30 Werkstätten betreiben und mehr finanzielle Mittel für ihre Betreuer verlangen, die seit 2009 keine Lohnerhöhung mehr bekommen haben.

Holger Schiedewitz, Geschäftsführer der Lebenshilfe in Köthen, erklärt: „Ohne Geld verlieren wir Fachkräfte.“ Seine Organisation erhalte die Personal- und Sachkosten vom Land. Und hierbei sei auf eine strenge Trennung beider Bereiche zu achten. Die Mittel hingegen, die die gemeinnützige Gesellschaft aus ihrem Geschäftsbetrieb erwirtschaftet, gehen nicht in diesem Kostenblock ein: „Die Erträge aus dem Geschäftsbetrieb gehen zu 70 Prozent an unsere behinderten Mitarbeiter und zu 30 Prozent in Ersatzinvestitionen.“

„Schwierige Verhandlungen“

„Das sind zurzeit sehr schwierige und langwierige Verhandlungen“, sagte ein Sprecher des Sozialministeriums. Sie liefen bereits seit mehreren Jahren, in rund 600 von rund 1900 Einzelpunkten seien bislang Ergebnisse erzielt worden.

Bei den Verhandlungen zwischen der Landesarbeitsgemeinschaft der WfbM und der Sozialagentur, die dem Ministerium untersteht, geht es um die Bezahlung der einzelnen Betreuungsleistungen. Die Vereinbarung soll Bundesrecht umsetzen. Bischoff appellierte an beide Seiten, kooperativ zu Ergebnissen zu kommen.

(RP/dpa)

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