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Wi-Go: Ein Einkaufswagen, der Sie verfolgt

Die Innovation soll Personen mit eingeschränkter Mobilität das Shopping und Reisen erleichtern.

Wi-Go folgt auf Schritt und Tritt (falls man das so bei Rollstuhlfahrern behaupten kann)

Wi-Go folgt auf Schritt und Tritt (falls man das so bei Rollstuhlfahrern behaupten kann)

Lustig und ungewohnt sieht er schon aus, der vermeintlich herrenlos herumrollende Einkaufswagen: Aber vielleicht wird der merkwürdige Verfolger (siehe Video unten) ja tatsächlich eines Tages Alltag in Supermärkten und Flughäfen (wir freuen uns schon darauf, endlich jemanden zu haben, der die Koffer hinterher schleppt).

Der Wi-Go ist ein mit einer Bilderkennungs-Software und Kamera ausgestatteter Einkaufswagen, der Personen folgt. Entwickelt hat ihn der portugiesische Informatiker Luis de Matos von der Universität Beira. ROLLINGPLANET berichtete bereits vor einem Jahr darüber (Herr Tengelmann, hier ist eine dufte Idee: Sofort investieren und unterstützen), inzwischen hat sich etwas getan: Die Innovation wurde soeben mit den International Award 2012 der Altran Foundation for Innovation in der Kategorie Gemeinnützigkeit ausgezeichnet.

Gedacht ist die Technik für ältere und behinderte Menschen, etwa Rollstuhlfahrer oder Menschen, die an Krücken gehen, aber auch für Eltern mit Kinderwagen, denen es schwer fällt, einen Einkaufswagen zu schieben. De Matos erklärt dazu: „Obwohl dies offensichtlich zu sein scheint, hat bislang niemand eine kosteneffiziente Lösung gefunden, die ausreichend Vorteile zur Sicherung der Mobilität und völligen Autonomie bietet.“

Werden die vielen potentiellen Kunden tatsächlich zugreifen?

Bei Wi-Go handelt es sich noch um eine Projektstudie, von der sich de Matos jedoch eine baldige kommerzielle Verwertung erhofft: Für die Markteinführung hat er 5.700 Einkaufszentren in Europa und 15.000 Flughäfen allein in den USA als potentielle Käufer ausgemacht. Der Begleiter soll zwischen 400 und 1.000 Euro kosten. Man könnte also meinen: ein Millionengeschäft mit Nutzen – würde es nicht oft ewig dauern, bis sich selbst gute Ideen durchsetzen.

An dem Einkaufswagen wird bis dahin weitergetüftelt: Er soll mit einem Tablet/Minicomputer ausgestattet werden können, um den Nutzern zusätzliche Services wie einen Einkaufszähler, Einkaufslisten und die Synchronisation von Informationen über das Einkaufszentrum zu bieten.

Video

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