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Wie der Locked-in-Man um seinen Tod kämpft

Tony Nicklinson

Das Recht zu sterben: Weil der ehemalige Rugby-Spieler Tony Nicklinson nicht mehr in der Lage ist, sich selbst zu töten, klagt er seit einem Jahr auf eine Änderung des Sterbehilfe-Gesetzes.

Der Brite Tony Nicklinson (57) erkrankte vor sieben Jahren während einer Geschäftsreise von Dubai nach Griechenland am Locked-in-Syndrom („Eingeschlossensein-“, „Gefangensein-Syndrom“). Es bezeichnet einen Zustand, in dem ein Mensch zwar bei Bewusstsein und geistig wach, jedoch körperlich fast vollständig gelähmt und unfähig ist, sich sprachlich oder durch Bewegungen verständlich zu machen.

Noch kann Nicklinson kommunizieren. Über die Bewegungen seiner Augen und mit Hilfe eines Computers teilt er sich seiner Umgebung mit (siehe Video). Seinen Wunsch, aus dem Leben zu scheiden, kann er sich hingegen nicht selbst erfüllen. Er ist dabei auf eine andere Person angewiesen. Doch in Großbritannien wird Sterbehilfe mit bis zu 14 Jahren Haft bestraft.

Ehefrau Jane sagt, sie wäre zu dieser Tat bereit, müsste sie keine juristischen Folgen befürchten: „So sehr ich Tony auch liebe – ich bin ein Feigling und will nicht riskieren, den Rest meines Lebens im Gefängnis zu verbringen.“

Deshalb klagt Nicklinson jetzt vor dem Obersten Gerichtshof in London auf eine Änderung des Gesetzes. Dieses soll „consensual killing“ („einvernehmliche Tötung“) erlauben. Laut „Bild“ soll nun am 8. Februar eine Anhörung erfolgen.

„Es gibt eine erhebliche Ungerechtigkeit, die korrigiert werden muss“, begründet der ehemalige Sportler und Ingenieur gegenüber der BBC-Reporterin Victoria Derbyshire seinen juristischen Kampf. Über sein Leben und seine Todessehnsucht sagt der Vater zweier erwachsener Töchter: „Natürlich will ich mit meiner Familie und Freunden zusammen sein, aber nicht auf diese Weise.“

In dem BBC-Interview nennt Nicklinson den völligen Verlust seiner Selbstständigkeit als Grund, sterben zu wollen.

Video

BBC News

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