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Wie die CDU die Inklusion in Thüringen blockiert

Linke und Grüne kritisieren Verzögerung bei gemeinsamem Lernen von Menschen mit und ohne Behinderung.

Astrid Rothe-Beinlich, Fraktionssprecherin der Grünen (Pressefoto)

Astrid Rothe-Beinlich, Fraktionssprecherin der Grünen (Pressefoto)

Mit Unverständnis hat die Opposition im Thüringer Landtag auf die Verzögerungen beim Inklusions-Konzept der Landesregierung reagiert. „Das Vorhaben ist viel zu wichtig, um es auf dem Koalitionsbasar zu verhökern“, kritisierte die bildungspolitische Fraktionssprecherin der Grünen, Astrid Rothe-Beinlich, am Freitag in Erfurt.

Am Dienstag hatte sich das CDU/SPD-Kabinett geweigert, das Konzept zum gemeinsamen Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung zu beschließen – ROLLINGPLANET berichtete: Entscheidung über Inklusions-Konzept vertagt und Von wegen Tempo: Inklusion in Thüringen wird gedrosselt.

Vor allem CDU-geführte Ministerien meldeten noch Diskussionsbedarf an. „Die CDU blockiert mittlerweile, wo sie nur kann“, betonte Rothe-Beinlich. Dies zeige, dass „CDU und SPD bei der Bildungspolitik so gut wie gar nicht zusammenpassen“.

Scheitert es an der Kohle?

Der inklusionspolitische Fraktionssprecher der Linkspartei, Maik Nothnagel, befürchtete einen Finanzvorbehalt für die vorgesehenen Maßnahmen. Dabei sei allen Beteiligten klar, dass „der Übergang zu einem inklusiven Bildungssystem auch Geld kostet, und das nicht wenig“, fügte er hinzu. „Darüber hinaus ist zu vermuten, dass sich die Landesregierung das Ergebnis der Inklusionstagung der CDU vom vergangenen Wochenende zu eigen macht. Hier wurde bekanntlich vereinbart, bei der ,Inklusion auf die Bremse zu treten‘.“

Bildungsminister Christoph Matschie (SPD) will für die Inklusion an den allgemeinbildenden Schulen unter anderem eine bessere Personalausstattung und mehr barrierefreie Zugänge erreichen.

Auf Nachbesserungen an dem Konzept sollen das Finanz- und das Bauressort bestanden haben. Derzeit werden in Thüringen fast 28 Prozent der lern- oder körperlich behinderten Schüler in allgemeinbildenden Schulen unterrichtet. Im Inklusions-Ranking der Bundesländer steht Thüringen auf Platz 8.

(RP/dpa)


Inklusion in Schulen
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