""

Wie gefährlich sind Blutspenden von sogenannten Risikogruppen?

3 Fragen und Antworten zu dem derzeit bestehenden Verbot für Schwule und Prostituierte.

Blutabnahme (Foto: iwdn)

Blutabnahme (Foto: iwdn)

In Deutschland ist es unter anderem homosexuellen
Männern und Prostituierten untersagt, Blut zu spenden. Die deutsche Ärzteschaft fordert nun eine Lockerung des Verbots (ROLLINGPLANET berichtete: Blutspende-Verbot für Schwule auf dem Prüfstand). 3 Fragen und Antworten zu dem Thema:

1. Wie hoch ist das Risiko, eine mit dem HI-Virus infizierte Blutspende zu bekommen?

Nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) sind seit Einführung der Tests auf HIV in Deutschland sechs Übertragungsfälle des Virus durch infizierte Blutspenden gemeldet worden. Alle wären vermieden worden, wenn die Spender den Fragebogen korrekt ausgefüllt hätten. Denn jedes Mal habe es sich um Menschen gehandelt, die wegen ihres sexuellen Risikoverhaltens ausgeschlossen worden wären.

2. Besteht bei Männern, die mit Männern Sex haben, tatsächlich eine höhere Gefahr der HIV-Infektion?

Die Bundesärztekammer begründet das Blutspende-Verbot für homosexuelle Männer damit, dass HIV-Neuinfektionen bei ihnen im Vergleich zu Heterosexuellen 100-fach häufiger seien.
Laut PEI lag der Anteil von Männern, die mit Männern Sex (MSM) haben, an den HIV-Neuinfizierten in Deutschland in den vergangenen Jahren bei bis zu zwei Dritteln – also deutlich höher als der Anteil von MSM an der männlichen Bevölkerung. Nach einer aktuellen Schätzung des Robert
Koch-Instituts (RKI) lebten Ende vergangenen Jahres in Deutschland
etwa 78.000 Menschen mit einer HIV-Infektion, davon waren etwa 51.000 MSM.

3. Wie viele Blutspenden werden in Deutschland gebraucht?

In Deutschland werden dem PEI zufolge jährlich 59 Blutspenden pro 1000 Einwohner geleistet. Das liege deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 39 Spenden pro 1000 Einwohner. „In Deutschland ist die Versorgung mit Blutkonserven also vergleichsweise gut.“
Nach Angaben des DRK-Blutspendedienstes spenden rund drei Prozent der Bevölkerung Blut. Um den flächendeckenden Bedarf das ganze Jahr über decken zu können, müssten es nach Schätzungen aber bis zu fünf Prozent sein.

(dpa)


Gesundheit & Medizin
Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

2 Kommentare

  • Moritz

    Also ich würde Blutspenden von Homosexuellen ablehnen. Ich habe nichts gegen Homosexuelle, aber das Risiko, sich Krankheiten einzufangen ist deutlich höer.

    23. Juni 2013 at 17:36
  • Angelika

    Das ist genau die Art und Weise von Informationen die wir als Betroffene HIV erkrankte so gar nicht brauchen. Homosexuelle grundsätzlich von Blutspenden auszugrenzen ist eine stigmatisierung die wir nicht wollen, warum soll das Risiko höher sein? Ich erwarte von jeder Blutbank das die Blutproben sorgfältig geprüft werden – egal wer spendet – grundsätzlich – alles andere ist Ausgrenzung und diskriminierend – wenn, gab es Infektionen weil die Blutproben nicht sorgfältig geprüft wurden nicht weil Homosexuelle Blut gespendet haben – schön wäre es wenn Leute erst mal nachdenken bevor sie solche Kommentare abgeben

    23. Juni 2013 at 19:18

KOMMENTAR SCHREIBEN