Wie Grüne Werkstätten und Landwirtschaft kooperieren können

Auf der Tagung „Netzwerke als Erfolgsformel für Grüne Werkstätten“ wurde ein Leitfaden vorgestellt.

Bio-Laden des Antoniusheim in Fulda (Pressefoto)

Die Ergebnisse eines Modellvorhabens des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) wurden gestern auf einer Fachtagung im Antoniusheim in Fulda vorgestellt. Darum geht es um neue Konzepte, wie Grüne Werkstätten mit der umliegenden Landwirtschaft entwickelt, umgesetzt und vernetzt werden. Ein 72-seitiger Leitfaden bereitet die Ergebnisse so auf, dass sie auf andere Regionen übertragbar seien, hieß es.

Auf der Tagung „Netzwerken als Erfolgsformel für Grüne Werkstätten“ betonte der Parlamentarische Staatssekretär des BMELV, Peter Bleser, in seinem Grußwort die Verantwortung und die Chancen der ländlichen Räume bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung. Zudem könne durch den Austausch von Waren, Wissen und Ressourcen der ländliche Raum gestärkt und die Wertschöpfung erhöht werden.

Potentzial vorhanden

Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) hat das Modellvorhaben 30 Monate geleitet. Ziel war es das Potenzial von gewinnbringender Zusammenarbeit von landwirtschaftlichen Betrieben und Grünen Werkstätten zu ermitteln, zu nutzen und zu verbessern. Für das Projekt wurden drei möglichst unterschiedliche Modellbetriebe in Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen ausgewählt und von Fachleuten aus Landwirtschaft, Betriebswirtschaft und Pädagogik in ihrer Entwicklung eingehend beraten und betreut. Dabei verfolgten die Wissenschaftler parallel ganz unterschiedliche Ziele, heißt es in einer Pressemitteilung.

“Win-win-Situation für alle“

Eines der Ziele ist esdie Wirtschaftskraft durch Kooperationen, Vermittlung von Außenarbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung und Qualifizierung von Mitarbeitern mit Behinderung zu stärken: „Da Arbeitskräfte in der Landwirtschaft dringend gesucht werden, ist die Vernetzung eine Win-win-Situation für alle Beteiligen. Sie stiftet wirtschaftlichen und sozialen Nutzen. Wichtig ist jedoch, dass sich alle Partner auf Augenhöhe begegnen, Verständnis füreinander entwickeln und die Erfolgsfaktoren und Stolpersteine kennen.“

Die Tagung fand in einem der Modellbetriebe, dem Antoniusheim in Fulda, statt. Der angeschlossene landwirtschaftliche Betrieb Antonius-Hof ist in der Region stark vernetzt und kooperiert mit zahlreichen Betrieben. Schwerpunkt im Modellvorhaben auf dem Antonius-Hof war die Entwicklung von Qualifizierungsbausteinen für Mitarbeiter mit Behinderung am Beispiel Schweinehaltung.

Bezugsadresse des Leitfadens: „Gut vernetzt – davon profitieren alle“ unter www.fibl.org (Bestellnummer 1591), gedruckte Exemplare gegen 6 € Gebühr plus 2 € Versandkosten, Download: kostenlos.

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